Update: 04.12.2012

Der nördlichste Aussichtsturm in Böhmen
Der Bismarckturm in Nixdorf

Vorbemerkungen

Der Bismarckturm auf dem Tanzplan ist der zweite von drei Bismarcktürmen, der auf böhmischem Gebiet errichtet worden ist.

Bereits um 1830 wurde auf dem Tanzplan erstmals ein hölzerner Vermessungsturm errichtet, der vor 1885 zerstört wurde.

Im Jahr 1885 wurde an gleicher Stelle durch den neugegründeten Verschönerungs- und Gebirgsverein Nixdorf mit dem Bau eines 26 m hohen hölzernen Aussichtsturmes begonnen. Dieser Turm wurde im Mai 1887 eingeweiht. Direkt neben dem Turm wurde eine Blockhütte, die „Onkel Toms Hütte“ genannt wurde, errichtet. Durch einen Sturm im Frühjahr 1903 wurde der hölzerne Turm stark beschädigt und musste abgerissen werden.


Bauplanung

Der Gebirgs- und Verschönerungsverein Nixdorf regte den Bau dieses Bismarckturmes im Jahr 1903 an.

Der Verein schrieb daraufhin einen Wettbewerb für einen neuen steinernen Aussichtsturm aus.

Der von Ortsbaumeister Josef Scholz eingereichte Turmentwurf wurde vom Verein zur Ausführung ausgewählt.

Als Bauplatz wurde der 597 m hohen Tanzplan, ca. 3 km westlich von Nixdorf nahe der Landesgrenze zu Deutschland, ausgewählt. Das Gelände befand sich im Besitz des Altgrafen Salm-Reifferscheidt.

Die Gesamtkosten für den Turmbau betrugen 24.000 (Gold-)Kronen.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 10.07.1904.


Bauarbeiten

Die Bauarbeiten wurden im Sommer / Herbst 1904 ausgeführt. Als Baumaterial für den Turm wurden Granit und Klinkersteine (letztere zur Verblendung des Turmschaftes) verwendet.

Die Bauausführung erfolgte durch Baumeister Josef Scholz.

Im Oktober 1904 war der Rohbau des Bismarckturmes vollendet.


Turmbeschreibung

Auf einem 10 m hohen Granitsockel erhebt sich die 16 m hohe achteckige Steinkonstruktion des Aussichtsturmes ohne Befeuerungseinrichtung.

Über vier Steinstufen gelangt man zur Eingangstür (Holz-Doppeltür) auf der Ostseite des Turmes. Über eine weitere Innenstufe im Innenraum erreicht man linksseitig die steinerne, rechtsdrehende Innentreppe. Über 14x7 und danach 3x6 Stufen gelangt man auf die untere, geschlossene Aussichtsplattform mit halbrunden, großen Fenstern rundum. Die Absätze der Treppe liegen im Bereich der inneren Turmecken.

Weitere 15 Stufen einer rechtsdrehenden Mittelwendeltreppe führen zur oberen Aussichtsplattform mit Ausgang auf der Ostseite.

Die Grundfläche der oberen, achteckigen Plattform beträgt 4 m x 4 m.

Am Turmsockel wurde ein Stein mit der Jahreszahl "1904" (Grundsteinlegung) angebracht.

Unterhalb des halbrunden Fensters auf der Frontseite im oberen Turmdrittel wurde ebenfalls diese Jahreszahl in zwei Wappenschilden ("19" und "04") befestigt. Oberhalb der Eingangstür wurde ein steinernes Eichenblatt (mit zwei Eicheln) angebracht.


Turmgeschichte

Bereits am 28.05.1905 konnte das Bauwerk eingeweiht werden.

Danach war der Eintritt für 20 Heller pro Person möglich.

Im Jahr 1948 brannte die hölzerne Blockhütte ab.

Im Jahre 1956 brannte die benachbarte Tanzplanbaude nieder und musste wieder neu errichtet werden. Zu dieser Zeit wurde das Bauwerk nur noch als Tanzplanturm oder Aussichtsturm bezeichnet.

Der Bismarckturm wurde in den 1970er Jahren notdürftig von außen mit Stahlbändern gesichert. Auf den Fundamenten der alten Blockhütte wurde ein Gasthof, ebenfalls als „Onkel Toms Hütte“ bezeichnet, errichtet. Einige Fenster wurden vermauert.

Im Jahr 1991 ist der Zutritt für fünf tschechische Kronen pro Person möglich, im Jahr 2001 kostete der Eintritt 15 tschechische Kronen.

Am 20.06.2009 wurde (vorab) die 100-Jahr-Feier des Turmes begangen.


Öffnungszeiten

Der Turm ist zu den Öffnungszeiten der benachbarten Gaststätte zugänglich.


Links

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Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 294
- Seele, Sieglinde: Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM auf dem TANZPLAN (Böhmen)
- Hinweise und Beschreibungen von Werner Pöllmann aus Markneukirchen, Holger Wittig aus Greiz und Prof. Jan Nouza aus Tschechien


Bildmaterial

- Robert Waibel, Salach (Fotos April 2010)
- Ralph Männchen, Dresden (Fotos Oktober 2004)