Update: 06.04.2015

Die Säule auf der Keule
Die Bismarcksäule in Remda

Bauplanung

Am 29.01.1899 wurde auf einer Versammlung unter Vorsitz des Bürgermeisters Rudolf Chemnitz in Remda angeregt, einen Ausschuss für die Errichtung eines Bismarck-Denkmals in Thüringen zu bilden. Es war geplant, auf dem Großen Kalm bei Ehrenstein eine Bismarcksäule zu bauen.

Dieser Beschluss wurde aus unbekannten Gründen nicht ausgeführt.

Am 06.09.1902 wurde nach Anregung mehrerer Bürger der Stadt Remda eine Bismarck-Gemeinde (freie Vereinigung) unter Vorsitz des Bürgermeisters Rudolf Chemnitz gebildet. Ein Entwurf für die Säule wurde von Bauunternehmer Wilhelm Gelmroth aus Remda erstellt.

Als Standort wählte man mit der „Keule“, einen kahlen Höhenrücken östlich der Stadt.

Die Kosten für den Bau betrugen 600 Mark.


Bauarbeiten

Im Juni 1903 wurde mit dem Bau des Turmes begonnen.

Die Säule wurde auf der "Keule" (ca. 395 m über NN) in Remda aus hartem Sandstein aus nahegelegenen Steinbrüchen erbaut.


Turmbeschreibung

Diese 5 m hohe Feuersäule ohne Aussichtsfunktion wurde aus unregelmäßig behauenem Sandstein in zwölf Steinschichten errichtet und steht auf einem zweistufigen Unterbau.

Die quadratische Fundamentplatte hat eine Größe von 2,95 m x 2,95 m.

Die Feuersäule besitzt einen quadratischen Grundriss von 1,70 m x 1,70 m (1. Steinschicht) und verjüngt sich nach oben auf 1,10 m x 1,10 m (12. Steinschicht).

Nach oben abgeschlossen ist das Bauwerk durch eine aus zwei Steinplatten bestehende Abdeckung von 1,30 m x 1,30 m, die eine Feuerschalenvertiefung aufweist.

Die Feuerschale wurde mit Scheitholz, welchem Teer und Petroleum zugesetzt waren, befeuert.

An der Südseite war ursprünglich die Inschrift "BISMARCK" angebracht (eventuell herausgebrochen oder durch Regen verwaschen, ist aber noch lesbar).

Eine gusseiserne Tafel mit Inschrift

"Wir Deutschen fürchten Gott sonst nichts auf der Welt"

wurde am Bauwerk angebracht.


Turmgeschichte

Die Einweihung des Bauwerkes wurde am 30.07.1903 durchgeführt.

Während der DDR-Zeit soll die Säule „Turm der Jugend“ geheißen haben (Information nicht gesichert).

Die gusseiserne Tafel wurde um 1965 vom Turm entfernt.

Am 21.06.2001, dem Jahr des 100-jährigen Bestehens der Bismarcksäule, wurde im Rahmen einer Sonnenwendfeier ein Feuer auf der Säule durch die Feuerwehr entzündet. Die gusseiserne Tafel mit Inschrift wurde ebenfalls wieder angebracht.

Die Säule war im März 2015 in einem sehr guten Zustand.


Links

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Fotografen

- Jörg Bielefeld, Remscheid (1999 und Juli 2002)
- Christian Gerloff, Jena (August 2011)
- Ralph Männchen, Dresden (März 2015)


Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 328
- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-SÄULE von REMDA (Thüringen)
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 92 "Bismarck-Feuersäule bei Remda-Thür. (Sachs. Weimar)", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes: 5. Jahrgang 1907 (Beilage: „Die Bismarck-Feuersäule“)