Update: 14.04.2017

Der schmale Bismarckturm auf dem Kesselberg
Der Bismarckturm in Neustadt/Orla

Bauplanung

Bereits am 19.04.1885 wurde auf Einladung von Bürgermeister Louis Wimmler, der auch Vorsitzender des Neustädter Verschönerungsvereins war, mit Mitgliedern des Vorstandes und Bürgern und Molbitz der Bau eines Aussichtsturmes auf dem Kesselberg geplant. Die Finanzierung sollte durch Spenden erfolgen. Eine erste Sammlung brachte den Betrag von 27 Mark.

Am 13.07.1898 trafen sich auf Initiative des Karussellfabrikanten Friedrich Heyn und des Schlossermeisters Friedrich Stiehler 16 Honoratioren der Stadt und beschlossen die Gründung der „Turmbaugesellschaft Kesselberg“. Erster Vorsitzender wurde Bürgermeister Louis Wimmler.

Der Verein nahm Kontakt zu den großherzoglichen Behörden auf, prüfte einen möglichen Turmstandort auf dem Kesselberg und sammelte Spendengelder.

Am 07.02.1899 machte sich Bürgermeister Wimmler in einer Vereinssitzung dafür stark, den geplanten Aussichtsturm „Carl-Alexander-Turm“ zu nennen (in Andenken an den Besuch des Großherzogs in Neustadt/Orla). In der gleichen Sitzung wurde bei einer Abstimmung festgelegt, dass der Aussichtsturm auf dem Kesselberg Bismarckturm heißen soll. Bereits am 01.04.1895 war Otto von Bismarck an seinem 80. Geburtstag zum Ehrenbürger von Neustadt/Orla ernannt worden.

Im Jahr 1899 beschloss der Verwaltungsrat der Sparkasse Neustadt, dem Turmbaufonds einen Betrag von 3.000 Mark zu spenden. Doch der Großherzog von Sachsen-Weimar als Protektor der Sparkasse genehmigte dies nicht, da Überschüsse nur zu gemeinnützigen Zwecken verwendet werden durften.

Der Architekt Alwin Pechstädt aus Neustadt/Orla gestaltete im Mai 1899 einen ersten Entwurf für den Turmbau, bei dem die Bausumme auf 6.000 Mark beziffert wurde.

Am 30.09.1902 stellte man in einer Versammlung fest, dass man das Interesse der Bevölkerung am Turmbau neu wecken wollte und dass keine weiteren Zeitverzögerungen eintreten sollten.

Am 28.10.1902 wurde der „Bismarck-Turmbau-Verein“ gegründet. Es handelte sich um eine Vereins-Neugründung mit einem 16-köpfigen Vorstand und festen Mitgliedsbeiträgen. Wiederum wurde Bürgermeister Louis Wimmler Vorsitzender des Vereins.

Ende 1902 hatte der Verein bereits knapp 200 Mitglieder.

Das erste (schlanke) Turm-Entwurf von Alwin Pechstädt sollte nach Mitteilung der „Beratungsstelle für Heimatschutz im Großherzogtum Sachsen“ noch einmal überarbeitet werden, da der markige Charakter eines Bismarckturmes im Entwurf besonders betont werden sollte.

Alwin Pechstädt schuf im Mai 1907 einen zweiten (wiederum schlanken) Entwurf für einen Bismarckturm mit achteckigem Grundriss und einer Gesamthöhe von 30,80 m. Die Baukosten schätzte er auf 12.500 Mark.

Ein Großspender, der Neustädter Fabrikant Volkmar Seelemann, war mit den schlanken Entwürfen des Architekten nicht einverstanden und forderte ein „massiges, wuchtig wirkendes Bauwerk am Platze“. Seine in Aussicht gestellte Spende in Höhe von 1.000 Mark zog er daher wieder zurück.

Ein großes Problem blieben weiterhin die fehlenden Geldmittel für den Turmbau, sodass sich der Baubeginn immer weiter verzögerte. Bis 1910 waren erst knapp 10.000 Mark an Spenden zusammengekommen, davon 640 Mark aus Mitgliedsbeiträgen, 2.500 Mark vom Verschönerungsverein Neustadt/Orla sowie weiteren Geldern aus Haus-zu-Haus-Sammlungen, Sammelbüchsen in Gaststätten sowie Zinsen für das angelegte Turmbaugeld.

Im Oktober 1912 bot die Firma Richard Bluth aus Dresden nach einer diesbezüglichen Vereinsanfrage mehrere Varianten für ein Bismarck-Relief an. Zu einem Auftrag kam es trotz eines erneuten Schriftwechsels im Frühjahr 1914 nicht.

Am 12.11.1912 wurde in der Generalversammlung des Turmbauvereins der Beschluss gefasst, mit dem Bau sobald als möglich zu beginnen.

Am 13.02.1913 erteilte das Großherzogliche Staatsministerium zu Weimar die Baugenehmigung mit der Auflage, dass die Stadt Neustadt/Orla nach der Einweihung Eigentümerin des Turmes (mit allen Rechen und Pflichten) werden soll. Am 27.02.1913 gab der Gemeinderat der Stadtgemeinde Neustadt/Orla seine Zustimmung zu dieser Bedingung.

Am 05.05.1913 wurde zwischen der Stadtgemeinde und der Großherzoglichen Forstrevierverwaltung in einem Vertrag die „unentgeltliche Bereitstellung der Baufläche für den Turmbau im Forstort Kesselberg des Strößwitzer Forstes“ geregelt.

Der Neustädter Baumeister Adolf Elle bot auf Grundlage einer durchgeführten Ausschreibung den Bau des Turmes für 15.250 Mark an. Am 10.07.1913 erhielt er den Zuschlag für die angebotene Bauausführung. Am gleichen Tag wurde vom Vereinsvorstand zusammen mit den zuständigen Großherzoglichen Oberförstern der genaue Bauplatz des Turmes festgelegt (426,3 m über NN).

Dem Verein standen zu diesem Zeitpunkt 11.050 Mark zur Verfügung. In Aussicht gestellt waren weitere Spenden in Höhe von 1.600 Mark sowie Sachleistungen einiger Vereinsmitglieder.

Das zuständige Ministerium erteilte die Erlaubnis, für den Bau des Bismarckturmes 550 Kubikmeter Sandsteine auf der Schlagfläche des Forstorts Hainberg bei Zwackau zu brechen.

Am 02.10.1913 erfolgte unter Beteiligung von 100 Bürgern die feierliche Grundsteinlegung des Bismarckturmes. Der Vorsitzende des Turmbauvereins, Bürgermeister Wimmler, hielt die Festrede und dankte allen Beteiligten.

Mit dem Bildhauer Ernst Reinhardt aus Zeitz wurde im Herbst 1914 über eine polychromierte Gedenktafel aus Eichenholz verhandelt, die dieser zum Selbstkostenpreis angeboten hatte. Der Bildhauer sandte mehrere Entwurfsskizzen an den Verein. Adolf Elle gab in seiner Antwort an, dass er „diese Angelegenheit“ wegen des begonnenen Krieges verschieben müsse.

Im Jahr 1914 lag das verfügbare Kapital des Vereins bei 14.740 Mark.

Durch Spendensammlungen und Veranstaltungserlöse konnten letztendlich die Gesamtkosten von 17.889,79 Mark aufgebracht werden.


Bauarbeiten

Kurz nach der Grundsteinlegung schaffte man mit Pferdefuhrwerken die Sandsteine und das Baumaterial zum Bauplatz. Im Winter 1913/1914 wurden diese Arbeiten mit Pferdeschlitten durchgeführt.

Der Buntsandstein wurde für den Turmbau von zwei Leipziger Steinmetzen bearbeitet.

Die Zementsimse wurde vom Neustädter Betonwerk Habel & Co. gefertigt.

Als weiteres Material wurden Ziegel, die von einem Ziegelsteinwerk in der Nähe von Pößneck geliefert wurden, verwendet. Gebaut wurde der Turm von Bauunternehmer und Zimmermeister Adolf Elle.

Am 31.01.1914 hatte der Turm eine Höhe von 6 m erreicht. Während der Arbeiten fasste man den Entschluss, dass an der Hauptfront des Turmes „eine Fläche für ein anzubringendes Bismarck-Bildnis vorgesehen werden soll“ (Bismarck-Relief wurde erst am 03.10.2002 an dieser Stelle angebracht).

Im Sommer 1914 waren die Arbeiten am Turm abgeschlossen.


Baubeschreibung

Der 32,65 m hohe Aussichtsturm ohne Befeuerungsvorrichtung mit quadratischem Grundriss wurde aus Sandsteinfindlingen errichtet. Die Außenfronten wurden im Sandstein-Rohbau gehalten. Simsstücke, Fenstersohlen, Zinnenabdeckungen und Balkon-Tragsteine wurden aus sandsteinfarbigen Kunststeinen hergestellt.

Über dem Haupteingang ist die Inschrift „BismarcK Turm“ zu lesen.

Der schmale, sich nach oben verjüngende Turm mit drei Altanen ist in acht Geschosse aufgeteilt.

Im Erdgeschoss wurde eine 4 m x 4 m große mit Sterngewölbe überwölbte Bismarck-Gedächtnishalle geschaffen, welche ursprünglich mit einem Fenster aus bunter Glasmalerei geschmückt war (Motiv: Reichsadler, darunter Bismarck-Brustbild, welches von den Worten „Wir Deutschen fürchten Gott und sonst nichts in der Welt“ umrahmt ist).

Für den Aufgang (rechts vom Haupthalleneingang auf der Westseite) wurde ein Anbau mit Fittig-Ziegeldach errichtet, vor dem die Freitreppe aus Granitsteinen liegt. Im Anbau unterhalb der Treppe wurde ein kleiner Raum für den Turmwärter geschaffen.

Eine freitragende Zementbeton-Wendeltreppe mit 144 Stufen führt zum zinnenbekrönten Umgang im sechsten Stockwerk. Die Grundfläche des Umgangs beträgt 4,5 m x 4,5 m, die Zinnenbekrönung besteht aus zwei mittigen Zinnen und jeweils den Eckzinnen.

Über eine linksdrehende Metalltreppe mit 13 Stufen und einen Schritt durch einen rechteckigen Austritt (ca. 0,7 m x1,5 m), welcher mit einer Metallklappe verschlossen ist, gelangt man vom Umgang auf die 2,7 m x 2,7 m breite oberste Plattform. Die Zinnenbekrönung ist wie beim Umgang, das Metallgeländer läuft hier aber rundum.

Anzahl Stufen: 167 Stufen, davon 144 Steinstufen, 13 Metallstufen im Innern des Turmes, 9 Steinstufen der Außentreppe + 1 Stufe auf die oberste Plattform.


Turmgeschichte

Am 30.07.1914 wurde die Einweihung auf den 30.08.1914 terminiert. Aufgrund der Mobilmachung alle Kräfte zum Ersten Weltkrieg am 01.08.1914 wurde nun der 13.09.1914 als neuer Einweihungstermin festgelegt.

Da aber Superintendent Max Pühn (als Festredner) am 09.09.1914 seine Teilnahme kurzfristig absagte, verschob man den Einweihungstermin „infolge eingetretener Hindernisse“ auf den 01.04.1915.

Die Einweihungsfeier fand nun wie geplant an Bismarcks 100. Geburtstag (01.04.1915) statt.

Bei dieser Feier wurde das deutsche Banner auf der Zinnenkrönung gehisst. Die Festrede hielt Superintendent Max Pühn. Baumeister Adolf Elle übergab dem Stellvertreter des Bürgermeisters (Krahner) den Schlüssel für den Turm. Danach wurde das Bauwerk erstmals zur Besteigung frei gegeben. Um 20:00 Uhr wurde „auf der Höhe des Turmes Rotfeuer“ (bengalisches Feuer) entzündet.

Am 03.06.1921 traf sich der Vereinsvorstand im Rathaus und beschloss, den Verein weiter bestehen zu lassen, aber vorerst auf Mitgliederbeiträge und Generalversammlungen zu verzichten. Der neue Bürgermeister  Hans Gerhardt wurde als Vorsitzender gewählt. Es war weiterhin geplant, ein Bismarckrelief am Turm anzubringen.

Seit Dezember 1916 hatte es mehrere Kontakte zu Bildhauern, u.a. dem Bildhauer Volkmar Scholze, gegeben, welcher für ein weißes Bismarck-Relief, in Elbsandstein gemeißelt, plädiert hatte.

Der Bismarckturm wurde nach dem 1. Weltkrieg wieder als Aussichtsturm geöffnet.

Auf dem Turmkranz wurden nach einem Entwurf von Alwin Pechstädt aus dem Jahr 1915 im Jahr 1921 mehrere metallene Aussichtstafeln mit Sehenswürdigkeiten aus der Region angebracht (gefertigt von Graveur Oscar Sperling aus Leipzig).

Im Jahr 1928 war der Turmschlüssel im Rathaus oder in bestimmten Wirtschaften auszuleihen.

Erste Bauschäden am Turm wurden bereits im Dezember 1936 festgestellt. Bis nach 1939 blieb der Turm ein gut besuchtes Ausflugsziel.

Ein Waldbrandbeobachtungsposten wurde 1941 auf dem Turm stationiert. Auf der Plattform wurde dazu ein Feldtelefon angebracht. Das Bauwerk blieb weiterhin für Besucher geöffnet.

Aus ideologischen Gründen wurde der Turm nach Beschluss einer Stadtratsitzung am 04.07.1947 nach dem Baumeister in Adolph-Elle-Turm [sic!] umbenannt. Dieser Beschluss wurde am 11.07.1947 bekannt gemacht. Wenige Tage später ordnete Bürgermeister Fritz Seiferth an, dass das Bauamt „die Schrift am ehemaligen Bismarckturm und zwar den Namenszug Bismarck entfernen und an dieser Stelle Adolph Elle zu setzen“ habe.

Nach Kriegsende wurde das Bauwerk durch Randalierer beschädigt (Fenster, Türen und das Dach des Anbaus). Erste Sanierungsarbeiten wurden 1948 durch die Fa. Alfred Engelmann und Dachdeckermeister Richard Huth durchgeführt. Im Jahr 1952 wurden die Fenster durch die Bauglaserei Friedrich Lindner instand gesetzt.

Bis 1959 konnte der Turm von Besuchern bestiegen werden.

Die Post installierte nach einem diesbezüglichen Beschluss des Rates im August 1959 eine Fernsehkleinumsetzer-Anlage auf dem Turmkopf. Durch unsachgemäße Installation (Ringanker als Antennenträger, die die Abflussöffnungen auf der Plattform verstopften) wurde insbesondere durch eindringendes Wasser Schäden am Mauerwerk und an den Zinnen der Plattform und des Rundgangs verursacht.

Im November 1960 wurde die obere Plattform wegen Installation von Antennen für Polizei, Stasi usw. für Besucher gesperrt. In der Folgezeit wurde das Bauwerk als Funktionsturm für Richtfunk der Polizei, der Zivilverteidigung, der Staatssicherheit, des Roten Kreuzes und des Straßendienstes genutzt.

Der Turm selbst wurde mit einer Stahltür gesichert, später wurde der Bereich um das Bauwerk über mehrere Meter hinweg mit einem Drahtzaun abgesperrt.

Das Volkspolizei-Kreisamt Pößneck errichtete 1974 an der Südseite des Turmes einen massiven Anbau „im Rahmen von Maßnahmen zur Erhöhung der Ordnung und Sicherheit im Bezirk Gera“.

1981 wurde eine UKW-Feststation im Gebäude eingebaut.

Bereits im Jahr 1988, also noch vor der Wende, setzten sich viele Bürger für die Sanierung des Turmes ein. In einem Schreiben des Bürgermeisters Günter Ulitzsch vom 10.08.1989 an den Leiter des VEB-Energie-Kombinats Gera kündigte dieser an, den Turm ab dem 30.04.1990 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Neustädter Bürgermeister hatte bereits 1988 einen Maßnahmeplan für Sicherungs- und Renovierungsarbeiten am Turm sowie für Verträge mit den Fremdnutzern ausgearbeitet.

Am 11.09.1989 wurde von Vertretern der Stadtverwaltung und mehreren Fachleuten eine Begehung des Turmes durchgeführt. Hierbei stellte man erhebliche Bauschäden fest.

Für die Sitzung des Rates am 02.05.1990 wurde ein Arbeitspapier angefertigt, auf dem die wichtigsten Baumaßnahmen sowie auch die erforderlichen Schritte für eine Nutzbarmachung als Aussichtsturm gelistet waren. Am 04.05.1990 wurde durch Horst Seufert aus Pößneck ein Gutachten des Turmes in Auftrag gegeben. In diesem Gutachten wurden die Sanierungskosten auf 60.000 DM geschätzt, die Sanierung wurde als „unerlässlich“ bezeichnet, um den Verfall zu verhindern.

Am 03.02.1991 öffnete man den Turm erstmals für interessierte Besucher.

Am 24.02.1991 und am 10.03.1991 fanden Vortreffen zur Gründung eines Turm-Vereins statt, um Wege zu finden, das Bauwerk zu sanieren und für Besucher zugänglich zu machen. Am 24.03.1991 wählte man den Vorstand des Vereines.

Im Frühjahr / Sommer 1991 wurde der Turm mit 260.000 DM aus dem Fonds "Fördermittel Ost" und 1.800 freiwilligen Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder grundlegend saniert.

Am 26.09.1991 wurde in der 15. Tagung der Stadtverordnetenversammlung darüber diskutiert, ob das Bauwerk weiterhin „Adolf-Elle-Turm“ heißen oder wieder in Bismarckturm zurückbenannt werden soll. Nach einer durchgeführten Abstimmung (16 Stimmen pro Bismarckturm, sechs Enthaltungen und 5 Gegenstimmen) wurde er wieder in Bismarckturm zurückbenannt.

Zum 1. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung am 03.10.1991 wurde der Turm im Rahmen einer Feier mit rund 1.000 Besuchern eröffnet.

Der neu gegründete Bismarckturm-Verein Molbitz e.V. Neustadt/Orla wurde am 11.03.1992 in das Vereinsregister eingetragen. Ziele des Vereins sind u.a. die umfassende Rekonstruktion, die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands sowie die touristische Erschließung und Pflege des Bismarckturmes.

Im Mai 1993 konnten die letzten Antennenanlagen demontiert werden. Der sanierte Bismarckturm wurde wieder ein gut frequentiertes Ausflugsziel.

Im Juli 2001 nahm der Verein Kontakt zu mehreren Werkstätten auf und bat um Angebote für ein Bismarck-Relief in der seit über 80 Jahren leeren, 1,75 m x 2,16 m großen Nische an der Hauptfront des Turmes. Aufgrund der Rückmeldungen wurde festgestellt, dass ein massives Bronzerelief in dieser Größe den finanziellen Rahmen sprengen würde.

Der Verein entschied sich nun für eine Grundplatte aus Stein, auf der lediglich das Reliefportrait Bismarcks sowie eine Inschrift aus Bronze gefertigt werden sollten. Die Leipziger Bronzebildgießerei Noack erhielt den Auftrag für das 40 kg schwere Bronzerelief, welches im Sommer 2002 gegossen wurde.

Der Steinmetzbetrieb Geißler aus Pößneck lieferte sieben Platten aus Mainsandstein in einer Stärke von 4 cm für die Auskleidung der Relief-Nische. Die Kosten von insgesamt 8.000 EURO wurden über Spenden finanziert.

Am 03.10.2002 fand die feierliche Enthüllung des Bismarckreliefs mit der Inschrift

OTTO VON BISMARCK/
1815-1898

statt.  

Im Jahr 2008 wurde der Turm von über 1.650 Besuchern bestiegen, im Jahr 2009 waren es 1.453, im Jahr 2010 insgesamt 1.914 Besucher.

Ende 2012 fand eine Teil-Sanierung des Turmes statt. Auf der Wetterseite wurden schadhafte Sandsteinstücke ersetzt. Die Zinnen der Turmkrone wurden mit Spezialputz behandelt.

Am 02.04.2015 fand eine Veranstaltung zum 100. Jahrestag der Einweihung des Bismarckturmes im Rathaussaal mit Festrede von Prof. Werner Greling statt. Das Jubiläumsfest am Turm war am 13.09.2015 im Rahmen eines Familienfestes von 10:00 - 17:30 Uhr (u.a. mit Abseilen von der Plattform).

Im Frühjahr 2017 gab es Unstimmigkeiten zwischen dem Verein und der Stadt bezüglich Parkplätzen und der Zuwegung zum Turm, die im Privatbesitz und für den Verein nicht nutzbar sind. Bereits seit 2005 wird nach einer vertraglichen Lösung mit der Stadt gesucht.



Öffnungszeiten

01.05. - 03.10. Sa.+ So. und an Feiertagen von 13:00 - 17:00 Uhr (bei gutem Wetter)
04.10. - 30.04. So. und an Feiertagen von 13:00 - 16:00 Uhr (bei gutem Wetter)



Ansprechpartner:

Bismarckturmverein Molbitz e.V. (neue Vereins-Homepage)
E-Mail: info(at)btv-neustadtorla.de

Vorsitzende: Margit Oltscher–Roder, Walkmühlenstr. 2, 07806 Neustadt/Orla, Tel.: 036481 - 51622
E-Mail : oltscher(at)hartana.de


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Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 289
- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von NEUSTADT/Orla
- Greiling, Werner: Der Bismarckturm im Wandel der Zeiten, Hain-Verlag, Rudolstadt, 2003
- Pfannenschmidt, Helmut / Helmrich, Günter: „Der Bismarckturm bei Neustadt an der Orla“, hrsg. von der Stadtverwaltung Neustadt an der Orla in Zusammenarbeit mit dem Bismarckturmverein, 1993
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 196 "Bismarck-Feuersäule bei Neustadt/Orla", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Zeitschriften des Bismarck-Bundes: 1. Jahrgang 1903 (Nr. 4, S. 4), 7. Jahrgang 1909 (Nr. 7/8, S. 127), 11. Jahrgang 1913 (Nr. 1, S. 13, Nr. 11/12, S. 170)


Fotografen

- Jörg Bielefeld, Remscheid (2000)
- Hans-Dieter Hirschmann, Haßloch (August 2009)