Update: 06.04.2015

Der Feuerobelisk
Die Bismarcksäule in Heilsberg (Remda-Teichel)

Bauplanung

Der Heilsberger Lehrer Jakob und andere Bismarckverehrer regten im Jahr 1899 den Bau einer Feuersäule in Form eines Obelisken auf dem Viehberg an. Bürgermeister Heyder favorisierte eine kostengünstige Säule, die Heilsberger Bürger forderten eine bessere Ausführung.

Besonders der Vorsitzende des örtlichen Bismarckvereins, Pfarrer W. Bankwitz, setzte sich für den Bau des Monuments ein.


Bauarbeiten

Entworfen wurde der Obelisk von Architekt Michels aus Rudolstadt. Die Bauausführung übernahm Maurermeister Schachtschabel aus Geitersdorf.

Die 7 m hohe Säule mit aufgesetztem Feuerbecken wurde aus Felssteinen und Ziegelsteinen erbaut. Der Transport von Steinen, Sand und Zement übernahmen die Einwohner von Heilsdorf (unentgeltlich).


Turmbeschreibung

Die ca. 5 m hohe steinerne Feuersäule ohne Aussichtfunktion verjüngt sich nach oben und trägt oben eine Feuerpfanne.

Die quadratische Pfanne mit einer Gesamtfläche von 625 cm² besteht aus feuerfesten Ziegelsteinen mit Zement. Die fest eingemauerte Feuerpfanne wurde mit Scheitholz, Teer, Pech und Petroleum befeuert.

Der Feuerobelisk besitzt einen quadratischen Grundriss mit 1,90 m Kantenlänge. An der Vorderseite ist in etwa 3 m Höhe ein bronzenes Bismarck-Medaillon mit der Jahreszahl "1902" und dem Namen "Bismarck", umrahmt von Lorbeer und Eichenlaub und verziert mit einem schmalen, verschnörkelten Goldband, angebracht. Das Medaillon wurde in den Eisenwerken "Delligsen" bei Alfeld a. d. Leine (Hannover) gefertigt.

Die gemauerte Feuerpfanne ist auf der Nordostseite über 14 Krampen (Abstand jeweils ca. 30 cm) zu erreichen. An der Feuerpfanne selbst ist ebenfalls eine Krampe angebracht.


Turmgeschichte

Am 02.09.1902 wurde die Bismarcksäule offiziell eingeweiht. Eine zweite Feier mit Festzug und erster Befeuerung der Säule wurde an 28.09.1902 durchgeführt. Bürgermeister Heyder nahm die Säule nach der Weiherede durch den örtlichen Pfarrer in den Schutz der Gemeinde.

Am 01.04.1903 wurde das Feuer auf der Säule entzündet, abends fand eine einfache Gedenkfeier im Gemeindegasthof statt.

Anfang oder Mitte der 1980er Jahre wurde das nach dem 2. Weltkrieg noch erhaltene Bismarck-Medaillon restauriert.

Am 05.09. und 06.09.1992 wurde die 90. Wiederkehr der Einweihung feierlich begangen und beschlossen, alljährlich des Einweihungstages zu gedenken.

Seit dem 01.01.1997 ist die ehemals selbstständige Gemeinde Heilsberg Ortsteil der Stadt Remda-Teichel.

Zum 100. Geburtstag der Bismarcksäule gab es vom 06. - 08. September 2002 ein Festwochenende mit vielen Veranstaltungen in Heilsberg und direkt an der Feuersäule auf dem Viehberg.

Im März 2015 war die Feuersäule in einem sehr guten Zustand.


Links

Google Maps

Google Earth


Fotografen
- Bernd Keinert, Rothenstein bei Jena (April 2002)
- Jörg Bielefeld, Remscheid (Juli 2002)
- Christian Gerloff, Jena (Juni 2011)
- Ralph Männchen, Dresden (März 2015)


Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 198
- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-SÄULE von HEILSBERG (Thüringen)
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 45 "Bismarck-Feuersäule zu Hagen-Westf.", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes; 5. Jahrgang 1907 (Beilage: „Die Bismarck-Feuersäule“)