Update: 12.08.2011

Der Aussichtsturm auf der Bismarckhöhe
Der Bismarckturm in Bad Sulza

Bauplanung

Der am 13.07.1889 gegründete Verschönerungsverein beschloss bei einer Besichtigung auf der Höhe in den Stadtweinbergen am 23.04.1901, dieselbige „Bismarckhöhe“ zu nennen. Neben dem Trinkwasser-Hochbehälter plante man, einen Aussichtsturm zu bauen und Wege anlegen zu lassen.

Der Bau dieses Aussichtsturmes wurde am 22. August 1901 auf einer Vorstandssitzung verhandelt. Zwei Planskizzen sowie ein Kostenvoranschlag über 800 Mark für einen hölzernen Turm als viereckiges Gerüst mit Zement und Steinfundamenten lagen bereits vor. Die Fertigstellung des Turmes war für den 18. Oktober 1901 geplant. Das Bauwerk sollte auf einem erhöhten Podium über oder neben dem Hochbehälter von 1898 (im Jahr 2011 noch vorhanden) errichtet werden.

Der Bau des Aussichtsturmes verzögerte sich u.a. wegen Streitigkeiten der Mitglieder auf einer Generalversammlung des Verschönerungsvereins am 23.11.1901, da der Vorstand den Bau eigenmächtig ohne Mitgliederbefragung beschlossen hatte. Durch eine nachträgliche Abstimmung mit dem eindeutigen Ergebnis für den Turmbau konnte der Streit geschlichtet werden.


Bauarbeiten

Die Bauarbeiten wurden von Maurermeister L. Bittermann und Zimmermeister A. Voigt ausgeführt, die beide Mitglieder des Verschönerungsvereines waren. Der Turm wurde direkt neben dem Hochbehälter errichtet.


Baubeschreibung

Auf vier Fundamentpfeilern (80 cm x 80 cm, Grundfläche 5 m x 5 m) im Abstand von 5 m wurde der hölzerne Turm mit überdachter Aussichtsplattform errichtet. Das fertig gestellte Bauwerk war (ohne die aufgesetzte, ca. 3 m lange Fahnenstange) ca. 12 – 13 m hoch.


Turmgeschichte

Am 27. April 1902 beschloss man, auf eine offizielle Einweihungsfeier für den Aussichtsturm zu verzichten. Der Turm wurde wahrscheinlich im Jahr 1902 fertig gestellt.

Die Benennung als „Bismarckturm“ muss nachträglich erfolgt sein. Bereits auf Ansichtskarten aus dem Jahr 1905 wurde der Turm als „Bismarck-Aussichtsturm“ bezeichnet. Vermutlich erfolgte die Bezeichnung als Bismarckturm, da er einerseits auf der Bismarckhöhe stand und andererseits die Errichtung von Bismarcktürmen „in Mode gekommen“ war. Im Volksmund soll der Turm bis zu seinem Abriss als Bismarckturm bekannt gewesen sein.

Ursprünglich plante man, den hölzernen Turm in den Jahren 1909/1910 durch einen massiven steinernen Bismarckturm zu ersetzen. Regierungsbaumeister Behrendt trat zu diesem Zweck an den Vorstand des Verschönerungsvereins heran, da er für den neuen Turm 3.000 Mark stiften wollte. Als Turmstandort war ein Platz oberhalb der Sonneburg geplant. In der Generalversammlung des Verschönerungsvereins im Dezember 1910 wurde der Bau des steinernen Bismarckturms beschlossen. Da Behrendt 1910 oder 1911 starb, konnte das Projekt nicht umgesetzt werden.

Im Jahr 1926 wurde der Turm saniert. Bereits in den Jahren 1938/39 war er baufällig. Aus Sicherheitsgründen wurde der Aufgang durch Bretter und Stacheldraht versperrt. Im Jahr 1942 wurde der Turm abgerissen.

Der ehemalige Standort des Turmes liegt nahe dem Grundstück der Familie Stock an einem Waldweg. Teile des Fundamentes waren im Juni 2004 noch vorhanden.


Links

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Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 379
- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von BAD SULZA (Thüringen)
- Dr. Koch, Eckard, Obertreba; Manuskript "Ein Bismarckturm in Bad Sulza?" und Brief an Webmaster vom 14.07.2004
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes; 6. Jahrgang 1908 (Nr. 4, S. 58), 9. Jahrgang 1911 (Nr. 1, S. 13 und Nr. 5, S. 94)