Update: 23.04.2010

"Schutzturm gegen Sozialismus"
Der Bismarckturm in Auleben

Bauplanung

Amtsvorsteher und Rittergutsbesitzer O. Schlieckmann aus Auleben regte im Jahr 1904 den Bau dieses Bismarckturmes an. Er ließ diesen Bismarckturm in Privatinitiative errichten.

Als Standort wählte man einen Berg über dem Fürstenholze des Gutsbezirks Auleben. Der Entwurf stammt von Maurermeister Ruhland jun. aus Heringen a. d. Helme, der auch die Bauausführung übernahm.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 06.06.1905.


Bauarbeiten

Die Bauarbeiten erfolgten von Juni bis August 1905. Als Baumaterial wurden weiße Sandsteine verwendet.

Die Kosten für den Turmbau betrugen 5.000 Mark.

Am 01.09.1905 wurde der Bismarckturm eingeweiht.


Baubeschreibung

Als Baumaterial für den einfach gebauten Aussichtsturm ohne Befeuerungsvorrichtung wählte man weißliche Sandsteinquader. Das 7,9 m hohe Bauwerk hat einen quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von 3,8 m x 3,8 m.

Durch die metallene Eingangstür auf der Nordseite gelangt man ins Turminnere.

Über eine offene linksdrehende Wendeltreppe aus Schiefersandstein mit 41 Stufen erreicht man die 3,5 m x 3,5 m große Aussichtsplattform mit Geländer (ursprünglich aus Stein, heute aus Metall).

Auf jeder Turmseite sind übereinander zwei schießschartenähnliche Fenster eingelassen. Die Höhe der schmalen Fenster steigt mit dem Treppenlauf an, von der Westseite (ganz unten) bis zur Nordseite (ganz oben). Die oberste Fensteröffnung wurde vor 1990 vermauert.

Auf der Eingangsseite wurde oberhalb des unteren Schießscharte ein rundes Bismarck-Medaillon, gefertigt vom Eisenhüttenwerk Maegdesprung im Harz, angebracht, welches vermutlich nach 1945 entfernt wurde.


Turmgeschichte

Am 01.09.1905, dem Tag der Einweihung, hielt Amtsvorsteher O. Schlieckmann, Gutsbesitzer in Auleben, die Einweihungsrede. Auszug aus der Rede:

"Der Turm bilde symbolisch eine Schutzwehr für den äußeren Feind,
aber auch gegen den Inneren, den Sozialismus,
der gefährlicher ist als der andere, ...[ ].
Seien wir einig, denn nur Einigkeit macht stark.
Das walte Gott.
"

Auf der Mitte des gleichen Berges war bereits im Jahr 1904 ein Platz auf den Namen "Kaiser Wilhelmsblick" angelegt worden.

Im Jahr 1969 wurde das Bauwerk in Thomas-Müntzer-Turm unbenannt. Bis zur Wende 1989 behielt der Turm offiziell diesen Namen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wurde der Turm weiter Bismarckturm genannt.

Im September 2005 wurde an der Stelle des fehlenden Medaillons ein neues Bismarck-Medaillon angebracht.

Der Bismarckturm steht heute auf einem privaten Flurstück. Besitzer der Turmes ist
Walter Wehling, Steinerstock 5, 99765 Auleben.

Die Jubiläumsfeier (100 Jahre Bismarckturm) fand am 01.09.2005 statt.


Links

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Fotografen

Hans-Dieter Hirschmann, Haßloch (Mai 2008)

Ralph Männchen, Dresden (Juli 2009)


Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 41-42
- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von AULEBEN (Thüringen)
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 118 "Bismarck-Turm von Auleben bei Sangershausen", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes; 3. Jahrgang 1905 (Nr. 11, S. 10)
- "Vom Südharzrand zur Goldenen Aue", Heimatblatt März 1994, S. 8