Update: 05.01.2017

Der Turm am Vierer See
Der Bismarckturm in Plön

Bauplanung 1896-1908

Bereits zu Lebzeiten Otto von Bismarcks, im Jahr 1896, plante der örtliche Verschönerungsverein den Bau eines Bismarckturmes auf der Großen Insel (heute: Prinzeninsel). Bereits Ende März 1897 betrug der für den Bau dieses Turmes gesammelte Fond insgesamt 3.300 Mark.

Im April 1898 wurde festgestellt, dass der geplante Bau-Entwurf mit Anbauten für eine Gastwirtschaft zu teuer sei, sodass ein Bismarckturm ohne Anbauten, Erfrischungs- und weiterer Lokalitäten für maximal 6.000 Mark errichtet werden sollte. Bis Mai 1899 war der Bismarckturm-Fonds lediglich auf 3.420,05 Mark angewachsen. Auf eine öffentliche Ausschreibung des Baus wurde vorerst verzichtet.

Ende März 1901 betrug der Baufonds 3.788,76 Mark. Aufgrund des geringen Spendenaufkommens und den "neuesten Bestimmungen des Forstfiskus" beschloss der Verschönerungsverein, den Bau des Bismarckturmes zurückzustellen.

Der Grundstein des Bismarckturmes auf der Großen Insel wurde gelegt. Mit dem Bau des Turmes wurde ebenfalls begonnen. Im Juli 1908 stand ein Turm-Torso auf der Insel. Der Bau wurde nie fertiggestellt.


Bauplanung 1913

Der Hamburger Überseekaufmann Hansen ließ auf seinem im Jahre 1893 erworbenen Gelände, dem Gut Waldshagen, im Jahr 1913 aus Patriotismus und Dankbarkeit zum ehemaligen Reichskanzler einen Bismarckturm errichten.


Bauarbeiten

Der Eutiner Baurat und Architekt Albert Klücher bot dem Gutsbesitzer seinen Bismarckturm-Entwurf aus Malente an, der nicht verwirklicht worden war. Dieser wurde von Gutsbesitzer Hansen zur Ausführung gewählt. Zusammen mit dem Architekten Waldvogel aus Eutin wurde das Bauwerk entworfen.

Als Baumaterial wurden Natursteinblöcke aus Süddeutschland verwendet, die zunächst per Bahn nach Plön und von dort mit Fuhrwerken zum Bauplatz geschafft wurden.


Turmbeschreibung (zur Zeit der Einweihung)

Der Bismarckturm ist auf einem künstlich geschaffenen Plateau errichtet worden, welches auf der Nordwestseite über eine Treppenanlage mit 14 Stufen erreichbar ist.

Der Eingang des 26 m hohen, runden Aussichtsturmes mit Befeuerungsmöglichkeit liegt auf der Nordwestseite.

Der eigentliche Turmschaft weist auf ca. 8 m und 18 m Höhe zwei breite Verstärkungsringe auf. Der obere Verstärkungsring hat umlaufend die Inschrift

"UNSERM BISMARCK DEM GROSSEN DEUTSCHEN"

In Höhe von 22 m liegt die Aussichtsplattform, die über eine Innentreppe zu erreichen ist. Den Abschluss des Bauwerks bildet ein etwa vier Meter hoher Feuerschalenaufsatz in Form einer „Krone“.


Turmgeschichte

Am 29.07.1913 wurde der Bismarckturm eingeweiht.

Im Jahr 1918 (Jahreszahl nicht gesichert) wurde der Turm von einem Herrn Mutzenbächer gekauft. Da das Finanzamt den Einheitswert des Turmes sehr hoch ansetzte, begann Mutzenbächer, den Turm abzubrechen. Daraufhin lenkte das Finanzamt ein, die Turmkrone war zu diesem Zeitpunkt aber bereits abgebrochen.

Der Hof Waldshagen wurde im Jahr 1936 von der Familie Böge gekauft. Bis zum Jahr 1939 war das Besteigen der Aussichtsplattform für Besucher möglich. Danach wurden sämtliche Öffnungen des Turmes durch Mauerwerk und Beton verschlossen.

Die Feuerschale war im Juni 1986 entfernt, der Feuerschalenaufbau war ebenfalls nicht mehr vorhanden.

Im Oktober 2004 war der Eingang durch eine Stahltür verschlossen.

Der von Bäumen dicht zugewachsene Turm liegt in einem Wäldchen 150 m östlich des Vierer Sees und ist im Bereich Augstfelde / Waldshagen nur über einen Trampelpfad zu erreichen.

Die 13 noch erhaltenden Stufen bis zum Eingangsbereich (nordwestliche Seite) sind teilweise in sehr schlechtem Zustand. Die Befeuerungsanlage ist nicht mehr vorhanden.


Links

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Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 312
- Seele, Sieglinde: Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von WALDSHAGEN (Schleswig-Holstein)
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes: 11. Jahrgang 1913 (Nr. 2, S. 25)
- Böge, Claus W.: Kiel: Schreiben über Tourist Info mit Informationen von Claus W. Böge, Brief vom 06.03.2001
- Plöner Wochenblatt (26.03.1897, 29.04.1898, 14.05.1899, 25.03.1901), zur Verfügung gestellt von Kuno Rogalla von Bieberstein aus Stöfs
- General-Anzeiger für Hamburg-Altona (26.07.1908)


Fotos

Jörg Bielefeld, Remscheid (Oktober 2004 und Mai 2006)
Sven May (März 2012)