Update: 02.02.2016

Die Feuersäule der deutschen Hochschulen
Die Bismarcksäule in Reinbek-Silk

Vorbemerkungen Teil 1 [Prototyp der Bismarcksäulen]

Kurz nach dem Tode Otto von Bismarcks rief die Burschenschaft Alemannia zu Bonn zu einer Sitzung der Studentenvertreter auf, in der u.a. beschlossen wurde, am Anfang des Wintersemesters 1898/1899 eine Aufforderung an die gesamte Studentenschaft ergehen zu lassen, um eine gemeinsame monumentale Ehrung für Otto von Bismarck vorzunehmen.

Nach einem konkreten Vorschlag der Ehrung in Form einer Säule vom Aachener Bildhauers Christian Lehr d.J., der sich an die Burschenschaft Alemannia zu Bonn wandte, wurde auf Antrag dieser Burschenschaft Alemannia am 03. Dezember 1898 auf der Hamburger Tagung der deutschen Hochschulen u.a. beschlossen, Bismarcksäulen zu errichten.

Aus eigenen Mitteln der Deutschen Studentenschaft wollte man mit dem Bau von zwei gemeinschaftlichen Bismarcksäulen der deutschen Hochschulen als Beispiel vorangehen, eine davon bei Friedrichsruh und eine bei Straßburg im Elsass (letztere wurde aus finanziellen Gründen nicht ausgeführt).

Mit der Ausführung wurde der sog. „Viererausschuss der Deutschen Studentenschaft“ beauftragt, in den Vertreter aus Bonn (Vorsitz), Berlin, Heidelberg und Stuttgart gewählt wurden.


Vorbemerkungen Teil 2  [Benennung der Bismarcksäule Friedrichsruh]

Die Bismarcksäule wurde in der Stadt Reinbek in der Gemarkung Silk errichtet und liegt zwischen den Ortsteilen Schönningstedt und Krabbenkamp. In allen historischen Quellen wird das Bauwerk „Bismarcksäule Friedrichsruh“ genannt.

Die Bezeichnung erscheint widersprüchlich, da der Ortsteil Friedrichsruh der Gemeinde Aumühle durch den Fluss Bille abgetrennt im Kreis Herzogtum Lauenburg liegt. Zudem liegt dieser Ortsteil auf der von der Bismarcksäule abgewandten Seite Aumühles.

Dieser Turm wurde im Auftrage des Ausschusses der Deutschen Studentenschaft zur Errichtung von Bismarcksäulen gebaut und finanziert. Der Bau war als Bismarcksäule in bzw. bei Friedrichsruh geplant und wird in den historischen Quellen auch immer nur so bezeichnet.

Die Angabe "Bismarcksäule Friedrichsruh" sollte zudem den Bezug zu Otto von Bismarck aufzeigen (Herbert von Bismarck stellte das Bismarck-Grundstück als Bauplatz zur Verfügung).


Bauplanung

Initiator der Bismarcksäule war die Deutsche Studentenschaft unter Führung eines extra für diese Zwecke gebildeten „Viererausschusses der Deutschen Studentenschaft“, der alle deutschen Universitäten und Hochschulen vertrat und aus je drei Vertretern der Universitäten Berlin, Bonn und Heidelberg sowie der Technischen Hochschule Stuttgart bestand. Der Ausschuss schrieb den Wettbewerb der Deutschen Studentenschaft für die Erlangung von Entwürfen für eine Bismarcksäule aus.

Beim Wettbewerb wurde der Entwurf „Götterdämmerung“ des Architekten Wilhelm Kreis im April 1899 zur Ausführung empfohlen. Auch in Friedrichsruh sollte dieser Entwurf einer Feuersäule gebaut werden.

In Zusammenarbeit mit Fürst Herbert von Bismarck wurde für die Säule der Studentenschaft bei Friedrichsruh der Hamberg (Hammelsberg) in der Gemarkung Silk ausgewählt.

Der 800 m² große Bauplatz dieses Turmes auf dem Hamberg wurde von Herbert von Bismarck zur Verfügung gestellt, das Grundstück blieb aber weiterhin Eigentum der Familie von Bismarck. Am 23.05.1901 besichtigte Fürst Herbert von Bismarck mit einer Abordnung der Studentenschaft sowie dem Baumeister den Standort des geplanten Turmes.

Im Juni 1901 war der Turmbaufonds auf 25.000 Mark angewachsen. Die Berliner Studentenschaft hatte sich bereit erklärt, eine pauschale Summe von 6.000 Mark zur Verfügung zu stellen, war mit der Zahlung allerdings noch im Rückstand.

Die Gesamtkosten für den Turmbau betrugen 65.000 - 75.000 Mark.


Bauarbeiten

Anfang Juni 1901 wurde mit den Bauarbeiten begonnen.

Ausgeführt wurden die Bauarbeiten durch die Firma Georg Holborn in Schwarzenbek. Als Baumaterial verwendete man Harzburger Granit, der teilweise in Schichtmauerwerk, teilweise in Quadern ausgeführt wurde. Als Hintermauerung wurden Ziegelsteine verwendet.

Lieferant der Feuerpfanne und des eisernen Gitters war O. Wilk aus Eisenach.

Am 20.06.1901 trafen sich die Chargierten der deutschen Hochschulen in Hamburg, um am 21.06.1901 den Grundstein des Bauwerkes im Rahmen einer schlichten Feier zu legen. Von jeder Hochschule nahmen ein bis drei Vertreter an der Grundsteinlegung teil. Von Hamburg aus fuhren die Studenten mit der Eisenbahn bis Aumühle, um sich in Aumühle am Festplatz mit Herbert von Bismarck sowie Frau und Tochter zu treffen. Nach Verlesung der Grundstein-Urkunde reichte Architekt Wilhelm Kreis Fürst Herbert von Bismarck den Hammer, der daraufhin die Hammerschläge zusammen mit den Vertretern der Hochschulen vornahm.

Emil Specht, Eigentümer und Erbauer des Bismarckturmes in Aumühle-Hofriede, übernahm die Organisation für das anschließende zwanglose Beisammensein.

Am 03.05.1902 veranstaltete der studentische Bismarck-Ausschuss Berlin ein Bismarckfest, dessen Erlös dem Baufonds der Bismarcksäule zur Verfügung gestellt wurde. Gleichzeitig kündigte die Studentenschaft Erlangen an, dass der noch fehlende Betrag in Kürze bezahlt wird.

Die Bauarbeiten mussten trotzdem, wegen knapper Baugelder, mehrere Monate ruhen und konnten erst im Oktober 1902 fortgesetzt werden. Es war geplant, dass die Bauarbeiten Ende November 1902 abgeschlossen sein sollten, damit die Einweihung am 01.04.1903 stattfinden konnte.

Am 21.10.1902 wurde der „Hamburger Ausschuss für die Bismarcksäulenweihe in Friedrichsruh“ gegründet, der sich nach der Einweihung des Turmes in einen Dauerausschuss für die jährlichen Säulenfeiern in „Akademischer Bismarckausschuss zu Hamburg“ umbenannte.

Da Herbert von Bismarck am 01.04.1903 terminlich verhindert war, musste der Einweihungstermin auf den 21.06.1903 verschoben  werden.

Im Mai 1903 berief die Leipziger Burschenschaft Germania zu einer Versammlung der Leipziger Korporationen und der Finkenschaft (freie Studentenschaft) ein. In der Versammlung wurde mitgeteilt, dass der Baufonds für den Bau der Bismarcksäule Friedrichsruh nicht ausreiche, dass die Deutsche Bank aber die noch fehlenden 17.000 Mark vorstrecken wolle. Diese Summe sollte durch Umlagen der Leipziger Studenten von 50 Pfennig pro Mitglied und Semester beglichen werden.

Der Ausschuss der Bonner Studentenschaft rief zu einer „Wallfahrt der Deutschen Studentenschaft nach Friedrichsruh“ (wie zum 80. Geburtstag Otto von Bismarcks) zur Einweihung der gemeinschaftlichen Bismarcksäule der deutschen Hochschulen am 21.06.1903 auf. Es bestand die Absicht, auch Kaiser Wilhelm II. zu der studentischen Feier einzuladen, der wegen der Einweihung des Hamburger Kaiserdenkmals am 20.06.1903 und der neuen Hamburger Häfen in Hamburg weilte.

Die Hamburger Bürgerschaft stellte Übernachtungsmöglichkeiten für die über 1.000 Studenten aller Verbände und Korporationen zur Verfügung.

Am 20.06.1903 fand auf Einladung des „Vereins für Kunst und Wissenschaft“ in Hamburg ein Begrüßungsabend für alle Verbände statt. Der Ausschuss der Deutschen Studentenschaft traf sich um 20:15 Uhr im Patriotischen Gebäude in Hamburg.


Turmbeschreibung

Als Basis der 19 m hohen Feuersäule ohne Aussichtsfunktion dient ein zweistufiges quadratisches Podest. Die untere Podeststufe ist 13,10 m x 13,10 m und die zweite Stufe 10,80 m x 10,80 m breit. Darauf erhebt sich der quadratische Turmsockel mit einer Kantenlänge von 8,40 m x 8,40 m.

Beide Podeststufen haben jeweils eine Höhe von 0,68 m.

Über eine links und rechts der Säule gelegene breite Treppe mit drei Stufen (Höhe 0,68 m) erreicht man die Rückseite des Turmes. Der Eingang befindet sich mittig auf der Rückseite des Bauwerkes. Im Innern führen Steigeisen zur Plattform des Turmes, über die man die an der Turmspitze eingebettete Feuerpfanne in Form mehrerer eiserner Kisten erreichen kann. An der Turmkrone wurde zudem ein eisernes Gitter zum Anbinden von Holz aufgestellt.

Die vier Kanten des Turmschaftes bestehen - wie bei dem Entwurf "Götterdämmerung" typisch - aus Dreiviertelsäulen, die von einem Architrav mit dreistufigem Oberbau zusammengehalten werden.

Am Säulenschaft wurde auf der Frontseite ein Reichsadlerrelief mit Bismarck-Wappen angebracht, vor der Säule wurde zusätzlich ein Feuer-Altar installiert. Die Gesamtkosten für den Bau der Säule, den die Studentenschaft übernahm, betrugen ca. 65.000 Mark.


Befeuerung der Säule

Auf Vorschlag des Architekten Wilhelm Kreis wurden auf dem Turmkopf Kästen mit einer leicht brennbaren Asphaltmasse gestellt. In diese sollten, oben an einem eisernen Gitter angebunden, große Holzscheite mit Draht festgebunden werden, um beim Abbrennen eine große Flammenwirkung zu erreichen. Nach dem Zusatz von rohem Erdöl aus den Erdölwerken zu Wilhelmsburg wurde das Brennmaterial auf der Feuerschale entzündet.

Nach der ersten Befeuerung aus Anlass der Einweihung nahm man von dieser Art der Befeuerung Abstand, da sich ein starker Funkenflug entwickelt hatte. Die Befeuerung wurde derart geändert, dass man lediglich Abfallöle [sic!] verwendete, die zu einem hellen rotgelben Feuer mit großen schwarzen Rauchfahnen führte. In den nächsten Jahren wurde die Befeuerung verstärkt, indem man über der ersten Ölkastenreihe – etwas zurückliegend – eine zweite Reihe von Ölkästen anbrachte, die durch das untere Feuer schnell erhitzt wurden und die insgesamt eine höhere Flammenwirkung erreichte.


Turmgeschichte

Die Einweihung der Bismarcksäule wurde am 21. Juni 1903 feierlich begangen. Nach Besichtigung einiger Hamburger Museen, des Zoologischen Gartens und weiterer Sehenswürdigkeiten fuhren die Studenten mit dem Zug nach Friedrichsruh. Nach Besuch des Bismarck-Mausoleums und des „Bismarckturmes des Herrn Specht bei Hofriede“ (Aumühle) zogen die Studenten bei Anbruch der Dämmerung (20:30 Uhr) mit einem Fackelzug zur Säule. Die eigentliche Einweihungsfeier fand in den Abendstunden am Turm statt. Die Befeuerungseinrichtung auf dem Turm wurde erstmals entzündet.

Über 1.000 Studenten sowie auch der Architekt Wilhelm Kreis nahmen an der Einweihungsfeier teil. Die Säule wurde bei der Weihe in die Obhut des Fürsten Herbert von Bismarck gegeben, der dazu auch den Turm-Schlüssel von Architekt Wilhelm Kreis erhielt. Die Studentenschaft hatte festgelegt, dass der Turm ins Eigentum der Familie Bismarck überging. Die Verpflichtung für die Unterhaltung der Säule verblieb jedoch bei der Deutschen Studentenschaft.

Der Ausschuss der Deutschen Studentenschaft (Hamburger Ausschuss für die Bismarcksäulenweihe in Friedrichsruh“) nannte sich noch am selben Tage in  „Akademischer Bismarckausschuss zu Hamburg“ um. Man beschloss, jedes Jahr am 21. Juni in Anwesenheit des „Viererausschusses“ (jeweils drei Studenten aus vier verschiedenen Universitäts-Orten: Berlin, Bonn, Heidelberg und Stuttgart) das Feuer auf dem Turm zu Ehren Bismarcks zu entzünden und die Säule zu unterhalten.

Am 22.06.1903 um 11:00 Uhr traf sich die Studentenschaft am Hamburger Hafen bei den St. Pauli-Landungsbrücken ein. Da dort die kaiserliche Yacht „Hohenzollern“ angelegt hatte, bat man den Kaiser Wilhelm II. um Besuchs-Genehmigung, was gestattet wurde. Am gleichen Abend fand ein Kommers statt.

Es wurde beschlossen, dass alle drei Jahre (1906, 1909 usw.) eine größere Feier unter Beteiligung von Vertretern sämtlicher Hochschulen an der Bismarcksäule stattfinden soll.

Kurz nach der Einweihung wurden durch mangelhafte Verfugungen Schäden an der Säule festgestellt. Diese konnten teilweise durch eine Schadensersatzleistung des Bauunternehmers behoben werden.

Von 1904 bis 1933 wurde die Bismarcksäule jährlich am 21. Juni befeuert. Die Säulenfeiern hatte immer die gleiche Festfolge, die Hauptrede hielt meist ein Auserwählter der Hamburger Akademiker. Die jährlichen Sonnenwendfeiern wurden regelmäßig mit einem Besuch des Bismarck-Mausoleums verbunden.

Am 18.10.1908 wurde die Bismarcksäule Friedrichsruh aus Anlass der Enthüllung der Büste Bismarcks in der Walhalla befeuert.

Im Jahr 1909 hielt der Bismarck-Ausschuss der deutschen Studentenschaft im Anschluss an die Sonnenwendfeier an der Bismarcksäule eine Sitzung ab, bei der der Beschluss von 1903, alle drei Jahre eine größere Feier auszurichten, abgeändert wurde. Ab 1910 sollten alle fünf Jahre eine große Feier abgehalten werden. Durch einen Spendenaufruf plante man, bei den Alten Herren 25.000 Mark zu sammeln, um die Umgebung der Säule würdig zu gestalten und von den Zinsen die jährliche Befeuerung sowie die weitere Unterhaltung zu finanzieren.

Da das Bauwerk bis auf den 21. Juni jedes Jahres nicht genutzt wurde, wurde die Tür schon in den ersten Jahren immer wieder aufgebrochen, um über die Steigeisen im Inneren des Turmes nach oben zu gelangen. Trotz des Auswechselns der Holztür in eine Eisentür (später wurde der Eingang regelmäßig zugemauert) gelangten immer wieder Besucher in und auf den Turm. Dabei wurde u. a. auch eine später installierte Druckrohrleitung zur Hinaufbeförderung des Öls zerstört.

Am 21.06.1915 waren zum letzten Mal drei Vertreter der Bonner Studentenschaft bei der Sonnenwendfeier, die Vertreter der Berliner Studentenschaft waren bereits 1908 aus dem „Vierer-Ausschuss“ ausgeschieden. Nach dem 1. Weltkrieg existierte der Vierer-Ausschuss, der die Pflege der Säule übernommen hatte, nicht mehr.

Die Feiern wurden in den Folgejahren von Jahr zu Jahr einfacher, erst nach Gründung der Universität Hamburg im Mai 1919 stieg die Anzahl der Studenten bei der Feier wieder.

Im Kriegs-Jahr 1917 fand die Feier ohne Beteiligung von Studenten statt, das Feuer wurde vor der Säule (vermutlich im Feueraltar) entzündet. Für die Pflege des Denkmals fehlten finanzielle Mittel.

Am 21.06.1933 fand die erste Sonnenwendfeier unter nationalsozialistischem Einfluss an der Bismarcksäule statt. Die Festrede (Feuerrede) hielt der neue Hamburger Polizeichef, Senator Alfred Richter.

Im Jahr 1934 fand trotz Vorbereitungen keine Sonnenwendfeier an der Bismarcksäule statt, bis 1948 wurde keine Feiern mehr durchgeführt.

Im Jahr 1934 waren an der Säule erhebliche Fugenschäden zu beklagen. Der nun für die Säule zuständige Reichsstudentenführer hatte kein Interesse an der Sanierung der Bismarcksäule.

Am 29.04.1938 wurde der Akademische Bismarckausschuss, der sich nach wie vor um die Betreuung der Säule bemühte, wegen Übernahme durch den Reichsstudentenführer zwangsweise aufgelöst.

Seit 1949 erfolgten wieder regelmäßig Sonnenwendfeiern an und auf der Säule.

1959 erhielt der „Akademische Bismarckausschuss“ den Zusatz „Vereinigung Hamburger Akademikerverbände“.

Fürst Bismarck und Oberschulrat Heesch führten Ende der 1950er Jahre Verhandlungen über Sanierungsmaßnahmen am Bauwerk. Bismarck beteiligte sich mit 10.000 DM, akademische Verbände, Hamburger Unternehmer und Bürger spenden zusätzlich 10.200 DM.

1966 beabsichtigte Fürst Bismarck, die Säule der Vereinigung Hamburger Akademikerverbände zu schenken. Dies gelang wegen eines Erbvertrages mit seinem Sohn nicht.

Im Jahr 1968 wurden die Sonnenwendfeiern aufgrund der politischen Situation an den Universitäten eingestellt.

Im Jahr 1986 sollte die Bismarcksäule saniert werden. Der Urenkel des Reichskanzlers, Maximilian von Bismarck, war nicht in der Lage, die jetzt denkmalgeschützte Säule zu unterhalten.

Die Stadt Reinbek, in der die Säule nach der Eingemeindung liegt, beabsichtigte, Grundstück und Säule in Erbpacht zu übernehmen, um die Säule in einen Aussichtsturm umzuwandeln. Im Haushalt wurden 236.000 DM für diese Maßnahme festgeschrieben. Durch veränderte Mehrheiten in der Stadtverordnetenversammlung nach der Kommunalwahl wurde am 23.04.1986 die o.a. Planung eingestellt.

Der Beschluss der Stadtverordnetenbesammlung (SPD, Grüne und FDP) besagte, dass das Denkmal "ein Relikt aus der Vergangenheit ist, für das städtische Mittel nicht zur Verfügung stehen".

Die Bismarcksäule wurde vor 1987 unter Denkmalschutz gestellt.

Die Säule war bis Herbst 2015 in einem dringend sanierungsbedürftigen Zustand. Das untere Drittel war seit Jahren mit Graffitis beschmiert, die auf der Vorderseite teilweise entfernt wurden. Die Säule war hinten provisorisch verschlossen, ein Einsteigen war aber möglich.

Im November 2015 wurde die Bismarcksäule saniert. Mit einem Kostenvolumen von 45.000 Euro wurden Fugen ausgespachelt, lose Granitsteine vermörtelt und Graffitis entfernt. Der Zugang auf der Rückseite wurde verschlossen. Auftraggeber war der Eigentümer Maximilian Graf von Bismarck.


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Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 154
- Seele, Sieglinde: Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-SÄULE von FRIEDRICHSRUH (Schleswig-Holstein)
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 88 "Bismarck-Feuersäule zu Friedrichsruh", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes: 1. Jahrgang 1903 (Nr. 4, S. 4), 4. Jahrgang 1906 (Nr. 7/8, S. 114), 5. Jahrgang 1907 (Beilage: „Die Bismarck-Feuersäule“), 7. Jahrgang 1909 (Nr. 9/10, S. 157), 11. Jahrgang 1913 (Nr. 8, S. 119)
- Ehrhardt, Max: Bismarck im Denkmal des In- und Auslandes, Thüringische Verlags-Anstalt Eisenach-Leipzig, 1903, "Die Bismarck-Säule (Architekt Kreis) in Friedrichsruh“
- 100 Jahre Vereinigung Hamburger Akademikerverbände 1903 – 2003, Herausgeber: Akademischer Bismarck-Ausschuss, Festschrift
- von Seggern, Andreas: „Stein gewordener Mythos – 100 Jahre Bismarcksäule in Reinbek Silk“ in „Jahrbuch für den Kreis Stormarn 2003“, 21. Jahrgang, M+K Hansa Verlag GmbH, S. 6-13


Fotografen

- Jörg Bielefeld, Remscheid (Mai 2003, April 2010)
- Ralph Männchen, Dresden (Februar 2011)
- Sven May, Gerichshain (März 2012)
- Henric Martens (Januar 2016)