Update: 29.06.2015

Bismarckturm im Landschaftspark
Der Bismarckturm in Grimma-Höfgen

Bauplanung

Jutta Ida Gleisberg, die vermögenden Gattin des Grimmaer Großmühlenbesitzers Gleisberg, ließ diesen Bismarckturm in ihrem im Jahr 1900 angelegten Landschaftspark (Gleisbergpark) errichten. Der Gleisbergpark liegt auf dem Beckenberg (180 m über NN) südöstlich von Grimma.

Bei der Anlage des Gleisbergparks legte Frau Gleisberg großen Wert auf eine Einbindung kulturhistorischer Bezüge sowie natürlicher Gegebenheiten nach den Vorbildern englischer Landschaftsparks und italienischer Gärten.

Die Kosten für den Turmbau betrugen 7.000 Mark.


Bauarbeiten

Das Bauwerk wurde im Jahr 1905 errichtet.

Als Baumaterial für den runden Turm wurden Granitsteine verwendet.

Über den Architekten und den ausführenden Baumeister liegen keine Informationen vor.


Turmbeschreibung

Dem 16 m hohe Aussichts- und Wasserturm mit abnehmbarer Feuervorrichtung ist an der Rückseite ein flacher rechteckiger Anbau mit Bogenöffnungen angeschlossen, auf dem eine kleine Terrasse mit Geländer angebracht ist.

Am runden Turmschaft wurde auf der Terrassenseite ein Schild mit dem sächsischen Wappen und Jahreszahl (Zahl nicht bekannt) angebracht. Der Wasservorratsbehälter wurde im Keller des Bauwerkes installiert.

Über eine Wendeltreppe mit 81 Stufen erreicht man die Zinnenaussichtsplattform des Turmes. Mittels einer abnehmbaren Feuerungsvorrichtung konnte der Turm beflammt werden.


Turmgeschichte

Nach der Einweihung des Turmes im Jahr 1905 konnte dieser von Besuchern zum Eintrittspreis von 10 Pfennig bestiegen werden.

Der Turm wurde im Jahr 1945 im oberen Bereich kriegsbedingt stark beschädigt. Bis Anfang der 1990er Jahre war das Bauwerk eine Ruine.

Nach einer Turm-Sanierung in den Jahren 1992/93 durch die Initiative der „Kadistzschen Denkmalschmiede“ wurde dieser am 01.05.1993 wiedereröffnet und der Öffentlichkeit im neugestalteten Juttapark übergeben (Landschaftspark im englischen Stil).

Seit 1993 ist der Bismarckturm Teil des Wasserkreislaufsystems einer Schiffsmühle geworden. Eine Gruppe von Experten und Technikern realisierte in einem Pilotprojekt dieses agrartechnische Bewässerungssystem (Schiffsmühle, Bismarckturm, Springbrunnen).

Seit April 2001 wurde im Hausschiff der Mühle ein Museum zur Geschichte der mitteleuropäischen Flussschiffmühlen eröffnet. Im Bismarckturm ist seit 1996 eine Klanginstallation von Erwin Stache untergebracht.


Öffnungszeiten Bismarckturm

November bis März: täglich von 10:00 - 17:00 Uhr
April bis Oktober: täglich 10:00 - 19:00 Uhr
Eintritt frei


Links

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Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 174
- Seele, Sieglinde: Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von GRIMMA (Sachsen)


Bildmaterial

- Jörg Bielefeld, Remscheid (Fotos 2006); historische Ansichten: Archiv J. Bielefeld
- Ralph Männchen, Dresden (Dezember 2004 + Juni 2008)
- Hans-Dieter Hirschmann, Haßloch (Juli 2006 + September 2011)


Foto Bismarckturm Grimma 2006 Fotograf: Hans-Dieter Hirschmann
AK-Motiv Bismarckturm Grimma
AK-Motiv Bismarckturm Grimma