Update: 11.03.2015

Der gestiftete Turm auf der Panoramahöhe
Der Bismarckturm in Bad Gottleuba-Berggießhübel

Bauplanung

Der geheime Kommerzienrat Carl Eschebach (1842-1905) aus Dresden, Eigentümer des Schlosses Friedrichstal, des Sächsischen Hauses und des Kurhauses Johann-Georgenbad, stiftete diesen Bismarckturm in Berggießhübel im Jahr 1899.

Carl Eschebach, Ehrenbürger von Berggießhübel, war Pionier der Sächsischen Emaille-Industrie und gehörte zu den reichsten Bürgern Dresdens.

Entworfen wurde das Bauwerk von Architekt Schramm aus Dresden. Als Bauplatz wählte Carl Escheberg die Panoramahöhe (439 m über NN, vorheriger Name „Dürreberg“) in Berggießhübel.

Die Grundsteinlegung wurde am 31.07.1899 im Rahmen einer Feier durchgeführt.

Die Gesamtkosten für den Turmbau betrugen 35.000 Mark.


Bauarbeiten

Ausführender Baumeister des Turmes war Adolph Reppchen aus Gottleuba.

Als Baumaterial verwendete man Markersbacher Granitfindlinge (gebrochen auf der Panoramahöhe) sowie Sandstein.


Turmbeschreibung (zur Zeit der Einweihung)

Über eine Steintreppe mit acht Stufen gelangt man auf der Südseite auf eine runde, mit einem Metallgeländer eingefasste Stein-Terrasse.

Mittig auf diesem Plateau erhebt sich der 25 m hohe Aussichtsturm mit Feuerschale. Auffällig sind die Eingangs- und Fensterumrahmungen aus grüner Emaille.

Auf der Südseite wurde zu Ehren des Stifters Carl Eschebach eine Stifter-Tafel mit der Inschrift

"IHREM VERDIENTEN EHRENBÜRGER/
UND STIFTER DIESES THURMES/
DEM KGL. SÄCHS. GEHEIMEN COMMERZIENRAT/
HERRN/
CARL ESCHEBACH/
DIE DANKBARE STADT/
BERGGIESSHÜBEL."

angebracht.

Durch die hölzerne Eingangstür gelangt man in den Turm. Im Innern führt linksseitig ein Abgang in den Keller des Turmes. Über eine Innentreppe gelangt man zum Umgang auf halber Höhe des Turmes und weiter zur Aussichtsplattform des Turmes.

Durch eine Metalltür tritt man auf die obere, 3,50 m x 3,50 m breite Plattform des Bismarckturmes. An der Südostecke der Plattform erhebt sich ein Türmchen mit Blechdach, Kupferkugel und Fahnenstange.

Auf dem Turmkopf wurden vier aus Sandstein gefertigte Feuerpfannen fest eingemauert. Diese Feuerpfannen wurden zuerst mit Holz befeuert.


Turmgeschichte

Die Einweihung des Bismarckturmes am 09.09.1901 wurde feierlich begangen. Jeder der 600 Besucher erhielt einen Emaille-Becher mit einer Abbildung des Turmes und dem Datum der Einweihung. Die Festrede hielt Bürgermeister Pfeifer.

Die Stiftertafel wurde im Jahr 1902 von der Südseite des Turmes auf die Eingangsseite (Nordseite) versetzt.

Da man mit dem Ergebnis der Befeuerungen mit Holz nicht zufrieden war, ging man im Jahr 1907 zur Befeuerung mit rotem Bengalfeuer über.

Im Jahr 1908 wurde der Bismarckturm Eigentum des Rittergutsbesitzers Alexander von Rex.

Die Ortsgruppe Berggießhübel des Gebirgsvereins für die Sächsische Schweiz ließ im Jahr 1912 Emaille-Orientierungsschilder mit Höhenangaben von den Eschebach-Werken in Radeberg herstellen und am Bismarckturm anbringen.

Im Jahr 1934 ging das Bauwerk in das Eigentum der Stadt über.

Das Bismarck-Medaillon wurde im Jahr 1945 entfernt.

Anfang 1960 installierte die Post einen Fernsehsender auf dem Turm.

Der Bismarckturm wurde 1984 wegen Baufälligkeit für den Besucherverkehr gesperrt, da Stützsteine aus dem nicht mehr begehbaren Mittelpodest herausgebrochen und herabgefallen waren. Sanierungsarbeiten fanden Ende 1989 statt, so dass der Turm am 05.05.1990 wiedereröffnet wurde. Erwachsene zahlten für die Besichtigung ab 01.07.1990 eine DM, Kinder 0,50 DM.

Im Jahr 1992 wurde an der Südseite ein neues Bismarck-Relief, gefertigt von Bildhauer Matthias Kajer, angebracht. In den Jahren 1996/1997 wurden weitere Sanierungsarbeiten in Höhe von 150.000 DM durchgeführt, u.a. wurden die Treppen und die Fenster erneuert.

Seit der Gemeindegebietsreform 1999 heißt Berggießhübel offiziell Stadt Bad Gottleuba - Berggießhübel.

Zum 100-jährigen Jubiläum des Turmes im September 2000 sangen vier Chöre auf der Panoramahöhe.


Öffnungszeiten und Eintritt

Die Öffnungszeiten des Bismarckturmes orientieren sich an den Zeiten der angeschlossenen Gaststätte "Panoramahöhe" (im Jahr 2015 täglich von 11.00 - 20:00 Uhr geöffnet, Donnerstag Ruhetag, Tel.: 035023/62462).

Erwachsene 1,- EURO
Kinder 0,50 EURO
Ermäßigung auf Kurkarte 0,75 EURO


Links

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Bergbaude Panoramahöhe


Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S.
- Seele, Sieglinde: Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von BERGGIEßHÜBEL (Sachsen)
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 28 "Bismarck-Feuersäule zu Bad Berggießhübel i. Sachsen", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)


Bildmaterial

- historische Ansichten: Archiv J. Bielefeld
- Ralph Männchen, Dresden (Januar 2005)
- Siegmar Baumgärtel, Dresden (August 2005)
- Robert Waibel, Salach (April 2010)