Update: 11.03.2015

Feuerzeichen zur Einweihung
Die Bismarcksäule in Kirn

Bauplanung

Bereits wenige Tage nach dem Tode Otto von Bismarcks regten Kirner Stadtverordnete für den einzigen Ehrenbürger der Stadt den Bau eines Bismarckdenkmals an. Von der Stadtverordneten-Versammlung wurde im August 1898  beschlossen, 10.000 Mark für die Errichtung eines Bismarckdenkmals aus Bronze bereitzustellen. Bei einer Sammlung der Stadtverordneten kamen 1.100 Mark an Spenden zusammen.

Am 09.03.1899 regten mehrere Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung den Bau einer Bismarcksäule in Kirn (statt eines reinen Bismarckdenkmals) an.

Zum Bau der Bismarcksäule in Kirn wurde der „Ausschuss für Errichtung einer Bismarcksäule“ unter Vorsitz des Bürgermeisters Bleck gegründet.

Als Standort wurde ein 15 Fußminuten von der Stadt entfernter Berg (im Klingelrech, Abhang des Gauskopfs) auf der rechten Naheseite gewählt, welcher innerhalb der städtischen Anlagen und nahe dem Bahnhof lag. Der Denkmalplatz als ehemaliger Exerzierplatz sollte für Volks- und Jugendspiele ausgebaut und genutzt werden.

Am 16.07.1900 wurde der Grundstein zu dieser Bismarcksäule nach dem Entwurf "Götterdämmerung" des Architekten Wilhelm Kreis gelegt.

Die Gesamtkosten für die Säule betrugen 10.437 Mark, von denen 3.509 Mark durch Spenden aufgebracht worden waren.

Mit der Ausführung wurde der Kirner Bauunternehmer Albert Pfeiffer beauftragt, der seinen Mitbewerber Benkelberg aus Kirn beim Kostenanschlag unterboten hatte.


Bauarbeiten

Als Baumaterial wurde Melaphyr aus der Nähe von Kirn verwendet. Für die Bord- und Profilsteine wurde Basaltlava aus Niedermendig verwendet.

Ausführender Bauleiter war Baugewerksmeister Albert Pfeiffer aus Kirn. Die Feuerschale wurde von einer Firma in Rohrbach bei St. Ingbert/Saarland geliefert.

Die Bauarbeiten waren im Frühjahr 1901 abgeschlossen.


Turmbeschreibung

Die 12 m hohe Feuersäule ohne Aussichtsfunktion weist als Basis einen zweistufigen, zwei Meter hohen quadratischen Unterbau mit einer Seitenlänge von 9 Metern auf.

Darauf ruht der eigentliche Sockel der Bismarcksäule. Die Seitenlänge des quadratischen Sockels beträgt 3,60 m.

Die vier Kanten des Schaftes bestehen - wie bei dem Entwurf "Götterdämmerung" typisch - aus Dreiviertelsäulen, die von einem Architrav mit zweistufigem Oberbau zusammengehalten werden. Am Turm sind keine Fenster eingelassen.

Durch eine kleine Tür auf der Südseite des Unterbaus gelangt man in den mittigen Schacht der Säule. Über innen angebrachte Steigeisen ist der Turmkopf mit Feuerschale erreichbar.

Auf dem Turmkopf ist eine Feuerschale aus Metall angebracht. Die Befeuerung wurde mittels Benzin oder Petroleum getränktem Sand durchgeführt.

An der Vorderseite wurde eine viereckige Kupfertafel mit Bismarck-Reliefbild angebracht, die von Bildhauer Robert Cauer (1863-1947) aus Kreuznach gefertigt worden war.


Turmgeschichte

Am 12.05.1901, dem Tag der Einweihung, versammelten sich um 14:30 Uhr Schulkinder auf dem Friedrichsplatz sowie Kirner Vereine auf der Bahnhofstraße und marschierten zur Bismarcksäule. Die Festrede bei der Einweihung hielt Bürgermeister Bleck.

Abends wurde die Feuerschale erstmals entzündet.

Im März 2002 wurden Beschädigungen an einer Seite des Unterbaus festgestellt (ca. 1 m³ Steine waren herausgebrochen, im Oktober 2006 repariert vorgefunden).

Der Unterbau weist strukturelle Beschädigungen auf, die auf das Gewicht der Säule auf dem Unterbau zurückzuführen sind. Feuerschale und Relief sind noch erhalten.


Links

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Quellen

- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-SÄULE von KIRN (Rheinland-Pfalz)
- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 226
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 39 "Bismarck-Feuersäule zu Kirn a.d. Nahe ", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Ehrhardt, Max: Bismarck im Denkmal des In- und Auslandes, Thüringische Verlags-Anstalt Eisenach-Leipzig, 1903, 2. Teil


Fotos

- Jörg Bielefeld, Remscheid (März 2002)
- Ralph Männchen, Dresden (November 2006)