Update: 19.01.2016

Der Rundturm ohne Feuerschale
Der Bismarckturm in Bad Bertrich

Der Bau dieses Bismarckturmes ohne Feuerschale wurde vom Eifelverein, Ortsgruppe Bad Bertrich, am 30. Juni 1908 angeregt.


Bauplanung und Finanzierung

Superintendent Dr. König aus Witten bildete im Sommer 1908 ein Komitee zur Errichtung eines Bismarckturmes unter Vorsitz der Königlichen Badeverwaltung. Innerhalb weniger Tage konnten 1.000 Mark an Spenden für den Turmbau gesammelt werden. Am 04.08.1908 veranstaltete das Komitee einen Bismarck-Abend, an dem weitere 135 Mark gesammelt werden konnten.

Als Standort des Turmes mit rundem Grundriss (Durchmesser 4,80 m) wählte man einen in der Nähe des Bades gelegenen Berg (Hohe Lei).

Bereits am 05.08.1908 konnte der Grundstein des Turmes gelegt werden. Zwei Jahre später, am 21.08.1910, wurde das Bauwerk eingeweiht.


Baubeschreibung

Der 14 m hohe rund gebaute Turm fällt besonders durch sein spitzkuppelartiges Dach (Haube) mit Schieferdeckung auf. Dieses wird von acht Betonpfeilern (je 0,52 m x 0,52 m) getragen. Auf der Turmhaube wurde mittig eine ca. 4 m hohe Fahnenstange eingelassen.

Im Bruchsteinmauerwerk sind in 1,85 m und ca. 7,50 m Höhe Betonsimsringe erkennbar.

Dem runden Turm ist auf der Südwestseite eine 4,50 m lange und 2,50 m breite Freitreppenanlage vorgelagert. Über zehn Stufen der Treppe (Stufenbreite je 1,50 m) und eine weitere Stufe vor dem Eingang gelangt man ins Innere des Turmes.

Über dem Eingang war ursprünglich ein bronzenes Bismarck-Relief (heraldisch rechtsblickend) angebracht.

Über eine eiserne linksdrehende Wendeltreppe mit 30 Stufen gelangt man zum überdachten Aussichtsgeschoss (Innendurchmesser: 3,60 m).

An der Nordostseite des Turmes führt eine Treppe mit sechs Steinstufen nach unten in einen Wetterschutzraum. Über der Tür des Wetterschutzraumes ist eine Sandsteintafel mit der Jahreszahl "1908" angebracht. In 4,90 m Höhe wurde ein Drillingsfenster in Beton eingefasst.


Turmgeschichte

Das bronzene Bismarck-Relief wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen und bei einer Sanierungsmaßnahme durch den Eifelverein und die Kur- und Gemeindeverwaltung im Jahre 1960 durch ein neues Bismarck-Relief in Bronze (0,50 x 0,60 m) mit der Inschrift "BISMARCK" ersetzt.

Der Bismarckturm ist ganzjährig geöffnet.


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Quellen

- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): Bismarckturm von Bad Bertrich (Rheinland-Pfalz)
- Seele, Sieglinde:
Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 63
- Zeitschriften des Bismarck-Bundes; 6. Jahrgang 1908 (Nr. 9, S. 145), 8. Jahrgang 1910 (Nr. 9, S. 133)
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 163 "Bismarck-Turm bei Bad Bertrich/Rheinpr.", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Kleinmanns, Joachim: Rheinische Aussichtstürme des 19. und 20. Jahrhunderts, Dissertation Aachen 1986, S. 277 (Nr. 85)


Fotos

- Jörg Bielefeld, Remscheid (Mai 2010)


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