Update: 05.03.2013

Monumentalbau für 200.000 Mark
Der Bismarckturm in Stettin

Bauplanung

Bereits im Jahr 1899 wurde erstmals der Bau eines Bismarckdenkmals in Stettin, der Hauptstadt Pommerns, angeregt.

Am 01.04.1907 konkretisierten sich die Pläne, als der Bismarck-Kommers in Stettin den Anstoß gab, in der Hauptstadt Pommerns ein Erinnerungszeichen für Otto von Bismarck zu errichten.

Am 04.11.1907 schlossen sich mehrere patriotisch gesinnte Männer zu einer Vereinigung unter Vorsitz von Professor Ulich aus Stettin zusammen.

Es wurde entschieden, dass das zu errichtende Monument als Denkmal für Pommern (Provinzialdenkmal) und nicht als Denkmal für die Stadt Stettin gelten sollte. Es wurde ein geschäftsführender Ausschuss unter Vorsitz von Prof. Ulich gewählt, die Gründung eines Vereines in die Wege geleitet und ein Spendenaufruf verfasst.

Am 20.03.1908 wurde der „Verein zur Errichtung eines Bismarck-Denkmals der Provinz Pommern e.V." gegründet, der Vereins-Vorstand gewählt und Ausschüsse gebildet. Als Vereinsvorsitzender wurde Landeshauptmann Paul von Eisenhart-Rothe (1857 – 1923) gewählt.


Standortfrage und Architektenwettbewerb

Die Standortfrage wurde bereits in der Gründungsversammlung diskutiert. Staatsminister von Heyden-Cadow verlangte, dass das geplante Denkmal außerhalb der Stadt errichtet werden sollte, um es nicht nur für Stettin bestimmt erscheinen zu lassen.

Die Auswahl eines geeigneten Standortes verzögerte den geplanten Wettbewerb unter den deutschen Architekten. Der als Sachverständiger hinzugezogene Architekt Professor Bruno Schmitz befürwortete nach einer Besichtigung mehrerer möglicher Standorte am 11.04.1908 in seinem anschließenden Gutachten die Standorte Weinberg in Gotzlow sowie alternativ die Oder-Dunzig-Insel („Schlächterwiese“).

Die Kaufmannschaft wehrte sich mit einer Eingabe gegen die Hergabe der Insel, da dieser Platz für die weitere Entwicklung der Stadt ihrer Meinung nach wichtig sein würde.

Am 01.10.1908 lehnte die Stadtverordneten-Versammlung trotz Vermittlung des Magistrats die Bereitstellung der Schlächterwiese ab. Der Standort „Hakenterrasse“ wurde wiederum vom Magistrat abgelehnt. Bei Beratungen über andere Standorte konnte keine Einigung erzielt werden.

Bei der Hauptversammlung des Vereins im März 1909 wurde angekündigt, in der nächsten Hauptversammlung eine Entscheidung vorzulegen, damit das Denkmal wie geplant am 01.04.1915 eingeweiht werden konnte.

In der Hauptversammlung des Stettiner Verkehrsvereins Anfang 1910 wurde eine Ideenkonkurrenz in Verbindung mit einem Architektenwettbewerb beschlossen, bei der über die drei möglichen Standorte Schlächterwiese, Hakenterrasse und Weinberg abgestimmt werden sollte.

Jeder der teilnehmenden Künstler sollte sich den Platz, auf dem er das Denkmal errichten wollte, nach eigenem Ermessen aussuchen. Ein besonderer Ausschuss, bestehend aus dem Vorstand sowie dem Geheimen Baurat Hintze, dem Geheimen Baurat Kneisler, Stadtbaurat Meyer und Regierungsbaumeister Wechselmann, sollte über den endgültigen Entwurf incl. Standort bestimmen. Zur Prämierung wurde dem Ausschuss ein Betrag von 10.000 Mark zur Verfügung gestellt, die wie folgte gestaffelt wurden: 1. Preis 4.000 Mark; 2. Preis 2.500 Mark; 3. Preis 1.500 Mark. Zudem sollten weitere ein bis zwei Entwürfe für 1.000 Mark angekauft werden. Abgabetermin für die Entwurfseinsendungen war der 01.02.1911.

Insgesamt wurden fristgerecht 131 Entwürfe eingereicht. Die Entwürfe wurden in der Aula der Königlichen Baugewerkschule ausgestellt.

Das Preisgericht, prominent besetzt mit den Architekten Paul Wallot (1841 – 1912), Friedrich von Thiersch (1852 – 1921) und Martin Dülfer (1859 – 1942) sowie Oberbürgermeister Ackermann (Stettin), Professor Billing (Karlsruhe), Landrat Dr. von Brüning (Stettin), Landeshauptmann von Eisenhart-Rothe (Stettin) u.a. unter Vorsitz des Stadtarchitekten Wilhelm Meyer-Schwartau (1854 – 1934), wählte nach Besichtigung des Bauplatzes den Entwurf „Adlerhorst II“ des Architekten Wilhelm Kreis (Standort: Weinberg) aus.

In der Begründung wurde der monumentale Aufbau, der den rechten Hügel des Geländes beherrscht, hervorgehoben. Die klaren Umrisslinien, der monumentale Innenraum, der Platz für eine geplante Bismarck-Figur bot, wurden als ausgezeichnete künstlerische Leistung hervorgehoben, die die Bedeutung des Denkmals hervorhob.

Der Bauplatz des Turmes liegt gut 7 km vom Hauptbahnhof Stettin oderabwärts. Aufgrund der erhöhten Lage auf dem Weinberg war dieser vom Mündungsdelta der Oder bzw. vom südlichen Teil des Großen Haffs gut zu sehen.


Finanzierung des Denkmals

Finanziert wurde der mit 200.000 Mark Kosten weltweit teuerste Bismarckturm zum großen Teil durch Spendensammlungen.

Bis zum 01.03.1909 waren bei der Zentralsammelstelle für das Bismarck-Denkmal in Stettin 41.114,74 Mark an Spenden eingegangen. Von der vom Verein herausgegebenen Bismarck-Postkarte waren bereits 60.000 Exemplare verkauft worden.

Am 31.03.1909 fand in der Turnhalle Stettin ein Bismarck-Kommers statt, dessen Überschüsse der Sammelstelle übergeben wurden. Am 15.03.1910 lagen die Einnahmen bei 50.800 Mark (davon 44.000 Mark Mitgliederbeiträge), die bisherigen Ausgaben betrugen 3.100 Mark.

Der pommersche Provinziallandtag bewilligte 1913 einen Zuschuss von 100.000 Mark für den Bau des Monumentes, von dem die Stadt Stettin ca. 35.000 Kosten anteilig übernehmen sollte. Der Kreistag bewilligte für die Jahre 1913 – 1915 Zuschüsse von jeweils 5.000 Mark.


Vorbereitungen

Nach der Entscheidung über den Entwurf wurde ein Vertrag über die künstlerische Oberleitung mit der Firma Comet beschlossen, der die Herstellung der Bauarbeiten und die Lieferung der Baustoffe beinhaltete.

Eine besondere Baukommission sollte die technische Aufsicht übernehmen.


Entwurfsänderungen

Anfang 1912 wurde in der Hauptversammlung des Vereins beschlossen, den Entwurf von Professor Kreis abzuändern. Die geplante Höhe von 28 m sollte auf 25 m herabgesetzt werden, durch Wahl eines anderen Materials (u.a. Sandstein) sollten die zu erwartenden Kosten von 380.000 Mark auf ca. 270.000 Mark gesenkt werden.

Nachträglich ergänzt wurde der Balkon als Kanzel zur Ansprache an Festtagen auf der Vorderseite. Die Portalkonstruktion mit den dorisch seitlich bestückten Halbsäulen wurde verändert, der ursprüngliche Entwurf von Wilhelm Kreis sah eine flach und schlank an das Mauerwerk  angelehnte Konstruktion ohne Säulen vor.

Auf den Postamenten vor dem Sockelrund des Turmes sollten Plastiken in natürlicher Größe angebracht werden. Vermutlich kam es wegen des einsetzenden 1. Weltkrieges nicht zur Ausführung.


Bismarck-Standbild als Schlussstein

Im Jahr 1914 konnte über das Bismarck-Standbild als geplanter Schlussstein im Innern des Denkmals von Professor Hermann Hosaeus (1875 – 1958) keine Einigung erzielt werden. Mehrere von ihm eingereichte Entwürfe fanden keinen Anklang. Professor Wilhelm Kreis schlug vor, vom Standbild abzusehen und eine Bismarck-Herme (Pfeilerschaft mit aufgesetztem Bismarck-Kopf) zu schaffen. Das Angebot wurde angenommen, Professor Hosaeus wurde mit der Erstellung dieser Herme beauftragt.


Bauarbeiten

Im Rahmen der Feier zum 100-jährigen Jubiläum der Völkerschlacht bei Leipzig wurde 1913 der Grundstein des Turmes gelegt.

Ausgeführt wurde der Bau durch die Fa. Comet, die Bauoberleitung oblag Architekt Wilhelm Kreis. Als Baumaterialien wurden Muschelkalkstein (Verkleidung) und Beton verwendet.

Die bildhauerischen Arbeiten wurden von Professor Hermann Hosaeus (Gewinner des 2. Preises) ausgeführt.

Aufgrund des Ausbruches des 1. Weltkrieges konnte das Bauwerk nicht wie geplant bis 1915 vollendet werden, obwohl bis zu diesem Zeitpunkt der architektonische Teil nahezu fertig gestellt war. Der bildhauerische Teil fehlte.

Während des Krieges gingen die restlichen Arbeiten nur zögerlich voran.

Erst am 21.08.1921 konnte die Einweihung des Bismarckturmes incl. Enthüllung der Bismarck-Herme im Kuppelraum vor einem kleinen Kreis geladener Gäste stattfinden.


Turmbeschreibung

Vorbemerkungen

Die Form dieses Bismarckturmes ist nach Angaben des Architekten Wilhelm Kreis abgeleitet vom Grabmal Theoderichs in Ravenna, dessen architektonische Form wiederum vom Grabmal der Caecilia Metella in Rom abgeleitet ist. Bereits bei seinen Bismarcktürmen in Jena (1906) und Radebeul (1907) zeigten Kreis' Entwürfe Parallelen zum Grabmal Theoderichs. Die Ideen zum Bismarckturm Stettin korrespondierten mit Kreis' Ideen zum geplanten und nicht realisierten Bismarck-National-Denkmal auf der Elisenhöhe bei Bingen am Rhein.

Wilhelm Kreis verwirklichte einen monumentalen Aussichtsturm ohne Befeuerungsmöglichkeit, welcher auf antike und frühmittelalterliche Architektur anspielte und deshalb für ihn als „germanisch“ galt und damit Ausdruck von Macht und Stärke war.

Wilhelm Kreis gab an, dass die Befreiungshalle in Kelheim ebenfalls Vorbild für den Bismarckturm in Stettin gewesen wäre.

Beschreibung des Bauwerks (zur Zeit der Einweihung)

Der 25 m hohe Bismarckturm Stettin ist ein monumentaler Rundkuppelbau, der als Aussichtsturm ohne Befeuerungsmöglichkeit auf einem sehr groß dimensionierten, unregelmäßigen Fundamentbau auf dem Stettiner Weinberg errichtet worden ist.

Das runde Bauwerk mit einem Durchmesser von 21 m ist unterhalb des Umganges (Galerie) durch zwei übereinander liegende Rundbogenreihen aufgelockert. Von der Galerie streben Pfeiler empor, auf denen steinerne Adler thronen. Der zweistöckige Rundbau schließt nach oben mit einer geschlossenen Kuppel ab.


Vorplatz, Eingangsportal und Unterbau

Von einem geräumigen Vorplatz  im Südwesten des Bismarckturmes ist der Eingangsbereich des Turmes über eine zwanzig Meter breite Treppenanlage mit sieben Stufen, flankiert von zwei stelenartigen Postamenten, erreichbar.

Über eine breite Treppenanlage mit zwei + (mit 2,40 m Abstand) sieben Stufen - zwischen zwei stelenartigen Postamenten - erreicht man den Eingang (Südseite) des zweistöckigen kuppelbedeckten Rundbaus. Die Breite der nach oben hin schmaler werdenden zweiten Treppenanlage beträgt zwischen 15 m und 13,20 m (zwischen den Postamenten).

Über eine Terrasse gelangt man nach 9,90 m zur Eingangstreppe mit drei Stufen (je 18 cm Höhe) der gewaltigen, ca. 9 m hohen Portalanlage.

Die vielgestaltige, 7,12 m breite Portalanlage ist seitlich mit ca. 7,50 m hohen dorischen Halbsäulen (Durchmesser: bis 1,26 m) versehen.

Das zweiflügelige Eingangsportal ist 3,75 m hoch und hat eine Breite von 1,80 m. Die zweiflügelige Tür war mit einem auffallenden Relief und mit mehreren Füllungen versehen.

Oberhalb des Portals ist auf einem erhabenen, emblemartigen Flachrelief aus Stein, das in einer rechteckigen, mehrere Zentimeter tiefen Wandausnehmung aufgesetzt wurde, ein rundes Schild mit gekreuzten Speeren zu erkennen. Mittig des Schildes ist ein modifiziertes Bismarck-Wappen in einem kreisförmigen Ring mit vereinfachter Darstellung der Kleeblätter erkennbar.

Im Zenit des Wappens ist eine Krone, darunter ein Feldherrenstab dargestellt, links und rechts ist je ein nackter Jüngling (Krieger), die jeweils einen weiteren Schild tragen. Der linke Jüngling hält einen Vorhammer, der rechte ein Schwert in der Hand. Im Nadir des Emblems sind das gekreuzte Schwert und der Hammer zu sehen.

Die Portalanlage ist oberhalb des Flachreliefs mit einem Dreiecksgiebel bekrönt. Oberhalb des Giebels befindet sich ein Rednerbalkon mit Brüstung.

Unterhalb des Hauptgesimses befinden sich am Mantelmauerwerk zwei übereinanderliegende Rundbogenreihen.


Halleninneres

Durch den Eingang gelangte man durch einen 7 m langen Zugang (Vestibül, begrenzt von fünf dorischen Säulenpaaren) in die fensterlose Kuppelhalle.

In der Halle wurde, gegenüber der Eingangsseite, eine Bismarck-Herme mit Inschrift, gefertigt von Bildhauer Professor Hermann Hosaeus aus Berlin, aufgestellt. Rechts und links davon sind bis zum Eingangsbereich herum je vier Nischen ausgebildet (knapp 1 m tief und knapp 3 m breit). Jede Nische weist unten eine Entlüftung auf (40 cm x 20 cm), der Umgang ist ca. 80 cm tief.

Zur Hallenmitte führen rundum drei Abstufungen von je 30 cm Tiefe, wobei jene um den Bereich der Herme eckig vorgezogen und tiefer (55 cm) ist. Der Durchmesser der Halle bis zu den Stufen beträgt ca. 10 m.


Hallenkuppel

Auf dem Wandabschluss im Kuppelbereich der Halle wurde die Rundum-Inschrift

WIR GEHEN MIT EISERNEM SCHRITT ZERMAHLEN WAS DER HERSTELLUNG DER DEUTSCHEN NATION UND IHRER HERRLICHKEIT UND MACHT ENTGEGEN STEHT BISMARCK 23.V.1870

angebracht.

Über dem Bismarck-Ausspruch bildet ein hervorkragender Stein-Fries mit Tiergestalten und Pflanzensymbolen den Übergang zur eigentlichen Kuppel. Oberhalb davon beginnt die Kuppelrundung mit mehreren Verstärkungsringen, die von versetzt angeordneten Rosetten verziert werden. In der Mitte der Kuppel befindet sich eine Kalottenöffnung mit Durchblick von unten zur Kuppel.


Treppenanlagen, Balkon und Umgang

Die beiden nach oben führenden Treppen sind spiegelbildlich aufgebaut.

Der rechte Aufgang ist eine linksdrehende Stein-Wendeltreppe mit 15 Stufen (hier befindet sich ein Ausguck nach draußen) sowie 11 Stufen mit dem Balkon zur Halle. Die Tiefe des Balkons beträgt 1,60 m.

Von diesem Balkon erreicht man über weitere 27 Stufen einen kleinen Umgang im Südwestbereich mit Eisengeländer, der eine Verbindung zur anderen Treppenanlage schafft. Über dem Eingang und vom Vorbau getragen befindet sich hier ein unregelmäßig eckig aufgebauter Austritt (Breite 1 m) mit einer Tiefe von 2,50 m.

Vom Balkon führen acht Stufen zum mittigen Aufgang. Hier treffen beide Treppenanlagen zusammen, um sich nach vier Stufen wieder nach rechts und links zu trennen.

Über jeweils 14 Stufen gelangt man auf die obere Plattform mit Blick durch eine Öffnung (Durchmesser 6 m) in die Halle. Der Abstand vom Öffnungsrand bis zur Turm-Außenwand beträgt 8,50 m.

Im Südwesten und Nordosten befinden sich Ausgänge mit Rundbogen auf dem oberen Umgang (Galerie mit Gitterbrüstung). Die Ausgänge zu den betretbaren Mauernischen sind mit zweiflügeligen Gittertoren  verschließbar. Die Mauerstärke des Turmes beträgt im Bereich des Umganges 3,40 m.

Zwischen den anderen acht ca. 2 m hohen Rundbogenöffnungen (Rückseite der Strebepfeiler), die kleiner als die beiden Öffnungen mit den Ausgängen sind, befinden sich ca. 1,80 m breite Zwischen-Mauern.


Turmaufbau (außen)

Der Balkon oberhalb des dreistufigen Gesimsbandes kragt 0,75 m nach allen Seiten aus.

Der Turmaufbau wird von zehn 1,51 m breiten Strebepfeilern mit aufgesetzten Adlern gestützt. Die Adler symbolisieren die Wächter des Wehrturmes bzw. die Wächter des Heldengrabes.

Zwischen den Strebepfeilern liegen zwei Rundbogenausgänge und acht Rundbogenöffnungen, über denen mittig und außen erhaben runde Flachreliefs (Durchmesser 0,80 m) mit dem Löwen-Motiv (Symbol der Stärke und des Heldentums, seltenes Motiv der Ikonographie Bismarcks) aufgesetzt.

Das Bauwerk ist oben mit einer Kuppel geschlossen.


Turmgeschichte

Eine Turmbesichtigung war nach 1921 für den Preis von 10 Pfg. möglich.

Das Bauwerk überstand den 2. Weltkrieg, kriegsbedingte Schäden am Turm sind nicht bekannt. Der Bismarckturm wurde nach dem 2. Weltkrieg von den Polen „Widokowa“ (Aussichtsturm) genannt, obwohl der Turm nicht als Aussichtsturm genutzt wurde.

Die Adler wurden nach dem Krieg abgerissen und mit Teilen des Simses zu Boden geworfen. Einige Teile liegen noch am Fuße des Turmes. Einige beschädigte Adler findet man auf dem waldbedecktem Berghang in der Nähe des Bauwerks.

Vor 1987 wurde oben auf der Südwestseite des Turmes eine Antennenanlage installiert.

Im Jahr 1992 war das Bauwerk im sanierungsbedürftigen Zustand vorhanden. Es fehlten die Adler auf den Strebepfeilern und die Bismarck-Büste, die Rundum-Inschrift war in Teilen noch zu erkennen.

Das Betreten des Bauwerks war bis ca. Mitte der 1990er Jahre möglich, danach wurde der Eingang mit einer massiven Metalltür verschlossen.

Im Jahr 2001 suchte die Stadt Szczecin in einer doppelseitigen und deutschsprachigen Anzeige in der Berliner Zeitung "Kurier Berlinski" nach deutschen Investoren zur Sanierung des unter Denkmalschutz gesetzten Bismarckturmes.

Noch im gleichen Jahr wurde das Bauwerk von einem Polen für 350.000 Zlotych erworben. Nach Auflagen der Stadt soll der neue Turmbesitzer im Innenraum eine Gaststätte herrichten. Der Turm sollte wieder touristischen Zwecken dienen. Die Pläne wurden nicht realisiert.

Der Bismarckturm wurde im November 2005 verschlossen vorgefunden. Der Eingang ist durch eine Stahlplatte versiegelt. Die Außenwand des Turmes ist durch Stahlhaken von Freeclimbern beschädigt.

Seit 2006 hat das Bauwerk einen neuen Besitzer. Dieser plante, den Turm innen und außen nach Vorbild des Originalzustandes zu sanieren. Dies war bis 2011 nicht erfolgt. Im Frühjahr / Sommer 2011 wurde der Turm beim Online-Auktionshaus ebay zum Kauf angeboten.


Links

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Bismarckturm-Galerie


Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 371/372
- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von STETTIN/Pommern
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 202 "Bismarck-Turm zu Stettin-Gotzlow an der Oder", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Franken, Friedrich K.H.M.: "Kontinuität und Wandel in Leben und Werk des Architekten Wilhelm H. Kreis“, Dissertation Technische Hochschule Aachen, 1996, S. 91 - 102
- Rafal Makala: „Der Bismarckturm in Stettin“ in: „Das Gemeinsame Kulturerbe“, Band III, Herausgegeben von Malgorzata Omilanowska, Instytut Sztuki Polskiej Akademii Nau, Warszawa 2006
- Nerdinger, Winfried / Mai, Ekkehard: Wilhelm Kreis – Architekt zwischen Kaiserreich und Demokratie 1873 – 1955, Klinkhardt & Brinkmann, 1994, München / Berlin, S. 38, 40, 238
Zeitschriften des Bismarck-Bundes: 5. Jahrgang 1907 (Nr. 10/11, S. 199), 6. Jahrgang 1908 (N. 5, S. 81; Nr. 7, S. 113), 7. Jahrgang 1909 (Nr. 1, S. 17; Nr. 4, S. 67) 8. Jahrgang 1910 (Nr. 4, S. 62/63 und 66/67; Nr. 5, S. 80), 9. Jahrgang 1911 (Nr. 2, S. 35; Nr. 3, S. 50/51), 10. Jahrgang 1912 (Nr. 6, S. 75), 11. Jahrgang 1912 (Nr. 1, S. 11)
- Deutsche Bauzeitung: 1910 (No. 36, S. 276; No. 50, S. 391/392), 1911 (No. 19, S. 160; No. 36, S. 312/313 und 316)
- Bielefeld, Jörg: Turmmaße außen (Juni 2011, ohne Gewähr)


Bildmaterial

- Piotr Gerasch, Polen (Fotos Mai 2005)
- Jörg Bielefeld, Remscheid (Fotos Juni 2011 und historische Ansichtskartenmotive)
- Marek Moson, Wroclaw (Juni 2011)


Polnische Übersetzung von Marek Moson, Wroclaw