Update: 03.11.2015

Gedenkstein und Bismarckturm
Der Bismarckturm in Soldau

Bauplanung und Bauarbeiten

Dieser Turm wurde vor dem 1. Weltkrieg auf dem Fuchsberg im Stadtwald bei Amalienhof (Malinowo) errichtet.

Als Baumaterial wurden unregelmäßig geformte Feldsteine verwendet.

Nach einem Entwurf von Architekt Kähn aus dem Jahr 1915 sollte der Turm zu einem Gedenkstein für die Kämpfer und Opfer des 1. Weltkrieges umgestaltet werden. Dieser Entwurf beinhaltete eine Feuerschale. Der Entwurf wurde nicht realisiert.


Turmbeschreibung

Der wuchtige, 10-12 m hohe Aussichtsturm mit quadratischem Grundriss ist dem Entwurf „Götterdämmerung“ des Architekten Wilhelm Kreis nachempfunden. Über eine hölzerne Innentreppe war der Turmkopf erreichbar.


Turmgeschichte

Während des Krieges und bis zum 10.01.1920 (Abtretung des Gebietes an Polen gemäß dem Versailler Vertrag) erfolgte dieser Umbau nicht.

Der Turm wurde nach 1920 von den in Soldau verbliebenen Deutschen, vermutlich aus Grund seiner Ähnlichkeit zum Bismarcksäulen-Entwurf „Götterdämmerung“, Bismarckturm genannt. Man traf sich noch Ende der 1930er Jahre zu Geländespielen der HJ am „Bismarckturm“.

Das Bauwerk wurde 1923 und 1937 leicht verändert, u.a. durch polnische Aufschriften. Der Turm wird im polnischen Sprachgebrauch auch als Freiheitsturm bezeichnet.

Auf einer Schautafel am Turm wurde das Bauwerk im Oktober 2004 als "wieza bismarcka" (Bismarckturm) bezeichnet.

Das Bauwerk ist im Oktober 2015 noch erhalten, allerdings in einem stark ruinösem Zustand. Die Innentreppe ist nicht mehr vorhanden.


Links

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Quellen

- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von SOLDAU/Ostpreußen
- Seele, Sieglinde:
Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 367
- Dyroff, Dr. Stefan: Hinweis vom 30.04.2003


Bildmaterial

- Ralph Männchen, Dresden (Fotos Oktober 2004 und Oktober 2015)
- Agata Salek, Swidwin (Fotos Juni 2011)


Polnische Übersetzung von Marek Moson, Wroclaw