Update: 19.01.2016

Bismarckturm und Bismarckhalle
Der Bismarckturm in Pollnow/Pommern

Vorbemerkungen

Aufgrund verschiedener Quellenangaben ist nicht sicher, ob der Turm bereits vom Stifter als "Bismarckturm" gebaut wurde oder ob die Umbenennung in "Bismarckturm" erst bei einem Besuch des Gauleiters im Jahre 1935 erfolgte.


Bauplanung

Der jüdische Bürger Hermann Kohls aus Pollnow (heute Polanow/Polen) stiftete Mitte bis Ende der 1920er Jahre insgesamt 40.000 Reichsmark für den Bau eines Aussichtsturmes auf der "Großen Aussicht" (die dort bereits vorhandene Gaststätte hieß ebenfalls "Große Aussicht").


Bauarbeiten

Der Turm wurde zwischen 1926/1927 und 1930 gebaut.

Als Baumaterial wurden Ziegelsteine und für den Fachwerkaufbau Holz verwendet.

Die Bauaufsicht führte Franz Berndt aus Pollnow durch.


Turmbeschreibung

Das viereckige Bauwerk wurde als Aussichtsturm ohne Befeuerungsvorrichtung errichtet. Das Bauwerk wurde direkt neben der bereits vorhandenen Gaststätte "Große Aussicht" errichtet. Das Dach dieser Gaststätte hatte ein Aussichtsplateau.

Der Turm konnte durch zwei Eingänge betreten werden, einmal davon durch die angeschlossenen Gaststätte.

Das Bauwerk gliederte sich in drei Stockwerke, in jeder dieser Etagen gab es einen Raum von ca. 25 m² Größe mit Aussichtsfenster. Die beiden unteren Räume des Turmes waren mit Tischen und Stühlen möbliert.

Hinweise auf Bismarck waren am Turm nicht vorhanden. Auf einer kleinen Messingtafel links neben der Außentür waren der Name des Stifters sowie das Baujahr eingraviert.


Turmgeschichte

Der Bismarckturm wurde nach kurzer Zeit zum Wahrzeichen Pollnows. Die Gaststätte wurde später als Bismarckhalle (Tanz- und Festsaal) genutzt.

Der Turm wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges durch Beschuss von sowjetischen Panzern zerstört. Kurz nach Kriegsende wurde er endgültig abgebrochen. Die Bismarckhalle diente der polnischen Bevölkerung noch jahrelang als Räumlichkeit für Tanzveranstaltungen, bis sie ebenfalls abgerissen wurde.

Teile der Grundmauer des Bismarckturmes blieben bis heute erhalten. Auf dieser wurde ein Feuerwachtturm neu errichtet.


Links (ehemaliger Standort)

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Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 312/313
- Seele, Sieglinde; Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von Pollnow (Pommern)
- Lux, Jürgen: „Bismarcktürme in Pommern“ in „Die Pommersche Zeitung“ vom 01.09.2001, S. 16
- Herter, Kurt: "Der Bismarck-Turm in Pollnow" in: Mohr, P. und H.: Geschichte und Geschichten aus Pollnow und Umgebung", Eigenverlag 1989


Bildmaterial

- Dr. Jürgen Lux, Schönaich (historische Ansichten)


Polnische Version dieser Seite (Dank an Marek Moson aus Wroclaw/PL für Übersetzung)