Update: 07.04.2013

Gaststätte mit Gaskandelaber-Feuer
Der Bismarckturm in Lauenburg

Bauplanung

Der örtliche Verschönerungsverein plante vor 1910, auf der Wilhelmshöhe im Osten der Stadt Lauenburg einen Park anzulegen und diesen zu bepflanzen. Zudem sollte auf dem höchsten Punkt der Stadt Lauenburg, der Wilhelmshöhe, die Wasserversorgung in einem Turmgebäude untergebracht werden, welches gleichzeitig als Aussichtsturm zugänglich sein sollte.

Am 01.04.1910 wurde mit dem Bau der Wasserleitung begonnen. Die Wasserleitung zum Turm erfolgte von den Quellen aus Occalitz (Okalice/Polen), ca. 10 km südöstlich der Stadt Lauenburg.

Entworfen wurde das Bauwerk von Stadtbaumeister Wendel aus Lauenburg. Die Finanzierung des Turmes und die Höhe der Baukosten sind unbekannt.


Bauarbeiten

Der Bismarckturm wurde als Sichtziegelmauerwerk errichtet, das Bauwerk wurde verputzt. Der untere Bereich des Turmes wurde zusätzlich mit Feldsteinen verblendet. Sockel, Treppen und Terrassenanlagen wurden aus Granit gefertigt.

Hinweise auf den ausführende Baumeister und die beteiligten Baufirmen liegen nicht vor.

Die Bauarbeiten des Bismarckturms waren am 20.04.1912 vollendet.


Turmbeschreibung (zur Zeit der Einweihung)

Der 31 m hohe Bismarckturm Lauenburg wurde als Aussichtsturm und Wasserturm mit Befeuerungseinrichtung entworfen.

Das Bauwerk hat einen viereckigen Grundriss von 8,60 m x 8,20 m. Östlich des Gebäudes ist ein massiver Flach-Anbau angeschlossen, welcher mit einem massiven Gebäude mit Giebeldach verbunden ist.

Der Turm hat im oberen Teil eine Fassadengliederung, die mit Lisenen und Gesimsen verziert ist.

Der Turm besitzt auf der Südostseite ein angebautes Rundtürmchen mit Ausgang zur Aussichtsplattform auf dem Dach. An den vier Ecken der Plattform waren von der Stadtverwaltung Gaskandelaber für die Befeuerung des Turmes angebracht worden.

Am Turm war auf der Frontseite eine Gaststätte angebaut.


Turmgeschichte

Die Einweihung des Bismarckturmes wurde im Jahr 1912 durchgeführt. An den Turm war direkt eine Gaststätte, das „Restaurant Bismarckturm“ (Raumgröße 15,50 m x 3,50 m) angeschlossen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Bismarckturm immer noch zur Wasserversorgung genutzt, die Gastronomie wurde nicht weitergeführt.

Im Jahr 1989 war das Bauwerk mittels Stacheldraht umzäunt, im Jahr 1992 war der Turm für Besucher verschlossen.

Im Mai 1993 wurde das Bauwerk als Wasserturm genutzt. Das Gaststättengebäude am Turm war abgerissen, die dadurch entstandenen Flächen waren als Terrassen angelegt worden, die mit einfachen Metallgeländern abgegrenzt waren. Die Verzierungsbänder und Lisenen in Höhe des Seitentürmchens waren nicht mehr vorhanden. Die Arkaden waren hell verputzt worden. Der östliche Treppenaufgang war nicht mehr vorhanden.


Links

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Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 243
- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von LAUENBURG/Pommern


Bildmaterial

- Jörg Bielefeld, Remscheid (historische Ansichten)
- Heiko Folkerts, München (Fotos August 2003)
- Krzysztof Kierek, Polen (Fotos Mai 2007)


Polnische Version dieser Seite (Dank an Marek Moson aus Wroclaw/PL für Übersetzung)