Update: 07.04.2013

Bismarcksäule vom Riesengebirgsverein
Die Bismarcksäule in Gottesberg

Bauplanung

Der Riesengebirgsverein, Ortsgruppe Gottesberg, unter Vorsitz von Dr. F. Brandstätter, regte den Bau dieser Bismarck-Feuersäule im Jahr 1900, ein Jahr nach dem Aufruf der deutschen Studentenschaft, an.

Es wurde ein Ausschuss und Vorsitz von Dr. F. Brandstätter gebildet.

Der Ausschuss beauftragte Bildhauer Alfred Daehmel aus Hirschberg und ließ diesem bei dem Entwurf des Bismarckturmes freie Hand (Bildhauer Daehmel hatte auch den Bismarckturm in Stonsdorf entworfen).

Als Turmstandort wählte der Ausschuss den Winklerberg, einen Porphyrkegel im Nordosten von Gottesberg aus (690 m über NN, damals auch Bismarck-Höhe genannt).

Im Mai 1902 wurde der Grundstein der Säule gelegt.

Finanziert wurde der ca. 5.000 Mark teure Turmbau (davon 4.100 Mark für die Säule selbst und 520 Mark für die Granittreppe zur Bismarckhöhe) aus Mitteln des Riesengebirgsvereins.


Bauarbeiten

Die Arbeiten wurden ausgeführt von Bildhauer Alfred Daehmel aus Hirschberg.

Als Baumaterial wurde Granit aus Schreiberhau verwendet.

Aufgrund des teuren Transports der Granitblöcke aus dem 60 km entfernten Schreiberhau mit der Bahn erhöhten sich die Baukosten.


Turmbeschreibung

Über eine lange Granittreppenanlage mit sechs Absätzen war die Feuersäule erreichbar.

Die 11 m hohe Feuersäule ohne Aussichtsfunktion hatte eine quadratische Grundfläche von 3,50 m x 3,50 m.

Die schmale Feuersäule ist dem Standard-Bismarcksäulenentwurf „Götterdämmerung“ von Wilhelm Kreis nachempfunden. Auf einem 2,50 m hohen Sockel erhoben sich vier schmale Säulen, welche vom Gesims zusammengehalten wurden.

Auf dem Gesims der Säule mit quadratischem Grundriss wurde die Inschrift

"BISMARCK"

angebracht. Auf der Freifläche unterhalb der Inschrift sollte ein Bismarck-Wappen befestigt werden (wahrscheinlich nicht realisiert).

Der mehrstufige Aufbau auf dem Turmkopf wies auf der Spitze vier Eckkegel auf, zwischen denen die abnehmbare Feuerschale platziert werden konnte.

Die abnehmbare runde Feuerschale (Durchmesser 0,75 m) aus Eisenblech kostete lediglich 5 Mark und wurde zwecks Befeuerung mittels einer einfachen Leiter nach oben gebracht.

Über eine Treppenanlage mit sechs Absätzen war der Aufstieg zum Plateau der Feuersäule auf dem Winklerberg möglich.


Turmgeschichte

Die Einweihung des Turmes fand am 02.09.1902 statt. An diesem Tag wurde die Säule zum ersten Mal befeuert. Die Befeuerung erfolgte durch eine Mischung von Teeröl und Petroleum im Verhältnis von 1:1.

Weitere Befeuerungen folgten am 02.09.1903 sowie am 22.06. der Folgejahre.

Der Bismarckturm wurde im Jahr 1947 gesprengt. Der erste Sprengversuch am 22.07.1947 war nicht erfolgreich, im gleichen Jahr wurde die zweite und endgültige Sprengung durchgeführt.

Im Mai 1992 waren noch Steinreste des zerstörten Bismarckturmes vorhanden, im weiten Umkreis lagen Granitblöcke herum. Auf einem herumliegenden Granitblock vom Oberbau waren die beiden Buchstaben MA (von der Inschrift BISMARCK) zu erkennen. Die gesamte Treppenanlage war zerstört.

Die ehemalige Bismarck-Höhe wurde in Kopisko umbenannt. In Boguszow-Gorce (Gottesberg) wurde der Berg im Jahr 2002 immer noch "Wzgórze Bismarcka" (Bismarck-Berg) genannt.


Links (ehemaliger Standort)

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Empfehlenswerte Bildergalerie zum Turm


Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 170/171
- Seele, Sieglinde; Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von GOTTESBERG / Schlesien
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 74 "Die Bismarck-Feuersäule zu Gottesberg i. Riesengebirge", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes: 5. Jahrgang 1907 (Beilage: „Die Bismarck-Feuersäule“)
- Ehrhardt, Max: Bismarck im Denkmal des In- und Auslandes, Thüringische Verlags-Anstalt Eisenach-Leipzig, 1903, Nr. 36 "Die Bismarck-Säule zu Gottesberg (Riesengeb.)“


Bildmaterial

- Jörg Bielefeld, Remscheid (historische Bilder)
- Zenon Dzieciol, Polen (Fotos Juni 2002)


Polnische Version dieser Seite (Dank an Marek Moson aus Wroclaw/PL für Übersetzung)


Steinreste Bismarckturm Gottesberg
Juni 2002

Foto: Zenon Dzieciol
Fundament Bismarckturm Gottesberg
Juni 2002

Foto: Zenon Dzieciol