Update: 05.03.2013

Bismarckturm mit Schutzhütte
Der Bismarckturm in Filehne

Bauplanung

Dr. Felix Beheim aus Schwarzbach, Mitglied des örtlichen Verschönerungsvereins, regte den Bau dieses Bismarckturmes an. Oberlehrer Voiges, Vorsitzender des Vereinsvorstandes, griff diese Idee in der Vorstandssitzung des Verschönerungsvereins Filehne am 14.03.1902 auf.

Als Turmstandort wählte man einen Platz in den Berg-Anlagen auf „Knospes Höh“ (1887 nach Brauereibesitzer Carl Knospe benannt).

Durch finanzielle Unterstützungen der städtischen Behörden und des Kreises und durch Spenden der Bevölkerung aus Filehne und Umgebung konnte der Turm mit Schutzhütte aus Backsteinen gebaut werden.

Als Architekten wählte man Baumeister H. Frost.  Die Gesamtbaukosten für den Turm mit Schutzhütte lagen bei 5.000 bis 6.000 Mark, die durch Unterstützung der Behörden und Materialleistungen auf 2.500 Mark reduziert werden konnten.


Bauarbeiten

Als Baumaterial wurden Feldsteine (Fundament) und gebrannte rote Backsteine (Turm und Schutzhütte) verwendet.

Die Grundsteinlegung wurde am 01.04.1902 durchgeführt.

Bauherr war Lehrer Bloch, der auch Vorstandsmitglied des Verschönerungsvereins war.

Am Turmschaft wurde an der Nordseite ein Bismarck-Relief aus Bronze, hergestellt in der Gießerei Gladenbeck in Berlin, mit einem Durchmesser von ca. 1 m angebracht.


Turmbeschreibung

Dem 13 m hohe, runde Aussichtsturm mit Befeuerungsmöglichkeit war auf der Südostseite eine Schutzhütte angeschlossen worden.

Über zwei Eingänge im Norden und Westen war der Turm innerhalb der Schutzhütte zu erreichen.

Der Turm gliedert sich in einen Sockel und einen runden, gleich breiten Turmschaft. Dieser wiederum ist durch zwei umlaufende, schmale Gesimse in drei etwa gleich große Elemente unterteilt.

Die Höhe des Turmsockels beträgt auf der Nordseite 1,50 m, auf der Südseite 0,40 m. Das untere Element des Turmschaftes hat eine Höhe von 3,80 m.

Der Außen-Durchmesser des Turmes  beträgt 3,70 m, der Innendurchmesser 2,20 m. Die Eingangstür auf der Nordseite ist 0,77 m breit.

Über eine eiserne Wendeltreppe war die Zinnenaussichtsplattform erreichbar. Die 12 umlaufenden länglichen Fenster am Turmkopf sind nur zur Hälfte wirkliche Fensteröffnungen, andere sind Blendfenster und bilden von außen gesehen Nischen. Im Norden des Turmes (Reliefseite) wurden zwei echte Fensteröffnungen eingelassen, gegenüber (Südseite) liegen zwei Blendfenster. Die restlichen „Fenster“ sind im Wechsel geschlossen oder offen.

Auf dem Turmkopf war eine ovale Feuerschale aus Gusseisen (1,20 m Länge) fest eingemauert worden. Die Anschaffungskosten der Feuerschale betrugen 30 Mark.


Turmgeschichte

Die  Feuerschale wurde zur Einweihung am 21.06.1902 erstmals befeuert. Als Feuermaterial dienten Scheitholz, Teer und Petroleum.

Der Turm mit Schutzhütte war über viele Jahre hinweg ein beliebtes Ausflugsziel.

Im Jahr 1992 war der Bismarckturm nur noch eine Ruine. Feuerschale, Bismarck-Relief und Schutzhütte sind nicht mehr vorhanden.

Von der Schutzhütte ist nur noch die Fundamentplatte sowie der Rest der Südseite (ca. 3 m hoch) vorhanden.

Die Innentreppe des Turmes fehlt. Die Nordwestseite ist unterhalb des Fensters stark beschädigt, die Mauersteine sind über mehrere Meter weggebrochen. Auf der Südostseite fehlt ein Teil des Turmkopfes.


Links

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Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 142
- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von FILEHNE/Posen
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 63 "Bismarck-Feuersäule zu Filehne", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Ehrhardt, Max: Bismarck im Denkmal des In- und Auslandes, Thüringische Verlags-Anstalt Eisenach-Leipzig, 1903, "Der Bismarck-Turm zu Filehne", Nr. 26


Bildmaterial

- Marek Moson, Wroclaw (Fotos Juni 2011)
- Jörg Bielefeld, Remscheid (Fotos Juni 2011 und historische Ansichtskartenmotive)


Polnische Übersetzung von Marek Moson, Wroclaw