Update: 18.08.2016

"Der Landschaft Stolz"
Der Bismarckturm in Elbing

Vorbemerkung

Dieser Bismarckturm gehört zu den 13 frühen hölzernen Bismarcktürmen, die alle nicht mehr erhalten sind.
Trotz intensiver Bemühungen konnte bisher kein Bild dieses Turmes gefunden werden.


Bauplanung und Bauarbeiten

Die „Elbinger Getreuen“ unter Vorsitz von Hauptmann Netke planten im Jahr 1904, in Elbing einen massiven Bismarckturm zu errichten.

Als Turm-Standorte wurden der Gänseberg, die Stagnitter Höhen und der Weinberg in Betracht gezogen.

Über die Platzfrage konnte man sich in den nächsten Jahren nicht einigen.

Der Molkereibesitzer Schröter aus Weingarten bei Stagnitten ließ vorab einen Holzturm als Vorläufer des geplanten massiven Bismarckturmes auf der Stagnitter Höhe errichten. Dieser hölzerne Aussichtsturm wurde ebenfalls Bismarckturm genannt. Direkt neben diesem Bauwerk stand eine Eiche.

Bezüglich der Finanzierung des massiven Turmes wurde in der „Elbinger Zeitung“ der Vorschlag gemacht, das nicht abgehobene „Einquartierungsgeld“ für die geplante Bismarcksäule zu verwenden. Die Spendenbeträge gingen in den ersten Jahren nur spärlich ein.

Im Jahr 1908 wurde der Verein „Bismarckturm“ unter Vorsitz von Dr. med. Kein gegründet. Die „Elbinger Getreuen“ stellten ihren bisher gesammelten Turmfonds in Höhe von 2.500 Mark dem Verein zur Verfügung.

Bis 1909 wuchs der Turmbaufonds auf 3.500 Mark an, für den Bau waren rund 20.000 Mark veranschlagt worden.

Die Platzfrage konnte bis 1909 nicht entschieden werden, obwohl der Besitzer des Thumberges einen Bauplatz kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Aufgrund des Nichtentscheids zog der Besitzer sein kostenloses Angebot zurück und verlangte 50.000 Mark für das Baugrundstück. Daher zog der Verein Bismarckturm nun auch den Wesseler Höhenzug als Bauplatz in Betracht.

Im Jahr 1912 wurde dem Verein ein Bauplatz auf dem Gänseberg zur Verfügung gestellt, der kurz zuvor in städtisches Eigentum übergegangen war.


Turmbeschreibung

Über das Aussehen des 12 m hohen hölzernen Aussichtsturmes ohne Befeuerungsmöglichkeit ist nichts bekannt [Bildmaterial gesucht!].

Am Turm wurde eine Inschrifttafel angebracht:

"So hoch und stark wie Bismarck stand
In Deutschlands Kampf und Sturm
So überrag` einst Stadt und Land
Allhier der Bismarckturm
Was jetzt der Wanderer hier erschaut,
Von Schröters Hand - in Holz,
Werd höher baldigst aufgebaut
In Stein - der Landschaft Stolz!
Tragt euer Scherflein all` heran
Solch deutschem Werke wert!
Sich selbst ehrt jeder deutsche Mann,
Der Deutschlands Bismarck ehrt!"


Turmgeschichte

Der hölzerne Bismarckturm wurde zwischen 1943 und 1946 abgebrochen. Bei einer Suche nach dem ehemaligen Turmstandort im Jahr 1993 wurden keine Überreste dieses Turmes gefunden [Seele].

Der geplante Bau eines massiven Bismarckturmes kam nicht zustande.

Im Oktober 2015 wurde am ehemaligen Turmstandort - außer einer kleinen Erhebung - nichts gefunden (Fotos von Ralph Männchen siehe unten).


Links (Standort des vorläufigen Holzturmes)

Google Maps

Google Earth

Molkereibesitzer H. Schroeter


Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 127
- Seele, Sieglinde; Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von ELBING / Westpreußen
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes: 2. Jahrgang 1904 (Nr. 6, S. 2; Nr. 11/12, S. 10); 3. Jahrgang 1905 (Nr. 2, S. 4/5, Nr. 5, S. 7; Nr. 8, S. 10), 6. Jahrgang 1908 (Nr. 7, S. 111), 7. Jahrgang 1909 (Nr. 6, S. 95); 8. Jahrgang 1910 (Nr. 4, S. 62)


Fotos

- Ralph Männchen, Oktober 2015


Polnische Version dieser Seite (Dank an Marek Moson aus Wroclaw für Übersetzung)


Foto ehemaliger Turmstandort Oktober 2015, Foto: Ralph Männchen
Foto ehemaliger Turmstandort Oktober 2015, Foto: Ralph Männchen