Update: 21.01.2016

In 27 Tagen erbaut
Die Bismarcksäule in Rödinghausen

Bauplanung und Bauarbeiten

Bereits im Jahre 1875 hatten Mitglieder des Turnvereins Bünde auf dem Nonnenstein (274 m über NN) einen Bismarckstein errichtet, der aber später zerstört wurde.

Daraufhin schlossen sich Bürger aus Rödinghausen mit dem Turnverein zusammen und bildeten einen Bauausschuss zwecks Errichtung eines neuen Bismarcksteins. Den Entwurf (hier bereits als Bismarckturm bezeichnet) wurde von Architekt Wedegärtner aus Bünde gezeichnet. Als Kosten für den Bau dieses Entwurfes wurden 1.300 Mark veranschlagt.

Es wurde ein engerer Ausschuss gebildet, der Spenden für den Turmbau sammelte. Den Baugrund stellte das Komitee des Kaiserturms (in unmittelbarer Nähe des geplanten Bismarckturms gelegen) kostenlos zur Verfügung.

An Spenden kamen vom Turnverein sowie in der Bevölkerung und bei auswärtigen Freunden insgesamt 1393,30 Mark zusammen. Der Überschuss von 42,37 Mark wurde an das Komitee des Kaiserturmes übergeben.

Am 01.05.1911 konnte der Grundstein der Bismarcksäule gelegt werden. Nur 27 Tage nach der Grundsteinlegung wurde die Säule am 28.05.1911 eingeweiht. Bauleiter Wedegärtner aus Bünde ließ die Säule errichten.


Turmbeschreibung

Der 6 m hohe Bismarckturm als Säule mit Befeuerungsmöglichkeit ist dreistufig aufgebaut.

Der quadratische Sockel hat eine Grundfläche von 4,00 m x 4,00 m. Der Sockel hat rundum eine Höhe von 1,3 m. Darauf erhebt sich, auf jeder Seite um 40 cm zurückgesetzt, der 3,20 m breite und 0,95 m hohe Mittelteil der Säule. Der wiederum leicht zurückgesetzte Aufbau (Breite 3,00 m) endet auf jeder Seite oben in einem Rundbogen (Höhe mittig: 2,65 m). Die ca. 1 m hohe, rund gemauerte Befeuerungsvorrichtung befindet sich mittig auf dem Turmkopf.

Auf der Zugangsseite (Nordseite) ist mittig eine kleine Türöffnung (1,65 m x 0,89 m) eingelassen, welche über eine 0,25 m hohe und 1,20 m breite Stufe zu erreichen ist. Der Sockel ist auf einer Länge von 1,20 m für den Zugangsbereich unterbrochen (Mauerwerksstärke unten 0,60 m + 0,40 m Durchgang).

Auf der Südseite ist ist ein Bismarck-Medaillon (Durchmesser 0,55 m) angebracht, darunter eine Sandsteinplatte mit der Inschrift „BISMARCK“.

Die rundbogige, ehemals mit einer Metalltür verschlossene Öffnung auf der Nordseite der Säule diente der Luftzufuhr bei der Befeuerung. Über dieser Öffnung ist auf einem herausragenden Stein die Jahreszahl "1911" angebracht.


Turmgeschichte

Am Abend der Einweihung (28.05.1911) wurde die Bismarcksäule erstmals befeuert.

Am 27. Mai 2001 wurde der 90. Jahrestag der Einweihung der Feuersäule gefeiert. Nach einer Begrüßungsansprache des stellvertretenden Bürgermeisters hielt der Ortshistoriker Dr. Rolf Botzet eine Ansprache über die Geschichte des Rödinghausener Bismarckturmes.

Im August 2009 wurde der Weg zum Nonnenstein neu ausgeschildert. Das 100-jährige Turmjubiläum im Mai 2011 wurde nicht gefeiert.


Links

Google Maps

Google Earth


Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 333
- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von RÖDINGHAUSEN b. BÜNDE
- Chronik des Amtes Rödinghausen (Bericht des Ehrenamtmanns Meier), 1911, S. 105-106
- Maße: Jörg Bielefeld, Remscheid (Februar 2011), alle Maße ohne Gewähr


Fotos

- Albrecht Behrends, Bochum (2005)
- Jörg Bielefeld, Remscheid (April 2001 und Februar 2011)