Update: 21.01.2016

Der roman(t)ische Turm
Der Bismarckturm in Höxter

Bauplanung

Bürgermeister Wilhelm Leisnering regte am 20.09.1899 den Bau eines Bismarckturmes in Höxter an. Seine Idee verbreitete er über die Lokalpresse und Versammlungen.

Ein erster Aufruf zur Zeichnung von Spenden zum Bau des Turmes ergab 1900 Mark. Die Stadtverwaltung kam für die Restsumme des insgesamt 3329 Mark teuren Turmes auf.

Als Standort wurde der Ziegenberg (auch Mittelsberg, 375 m über NN) ausgewählt, auf dem die alte Bosseborner Warte stand. Diese war einstmals dazu bestimmt gewesen, die Brakel-Höxtersche Straße zu schützen.

Im Jahr 1899 wurde die Bosseborner Warte abgetragen. Am 01.04.1900 wurde an gleicher Stelle der Grundstein des Bismarckturmes gelegt.

Entworfen wurde das Bauwerk von Stadtbauassistenten Freudenberg.


Bauarbeiten

Die Bauausführung erfolgte durch Maurermeister A. Knop aus Höxter. Als Baumaterial wurde harter Kalkstein (Kalkbruchstein) aus der Nähe des Bauplatzes verwendet.

Die Bauarbeiten konnten am 01. August 1900 abgeschlossen werden.


Turmbeschreibung

Der 13 m hohe Turm im neoromanischen Stil wurde aus Aussichtsturm ohne Befeuerungsmöglichkeit errichtet. Der runde Turm wurde als zinnenbekrönter Wartturm mit hochaufragendem spitzbedachtem Seitentürmchen (naturverschiefert) mit Wetterfahne gebaut.

Die Mauerstärke des Turmes beträgt 0,70 m.

Am Schlussstein auf der Vorderseite wurde die Jahreszahl "1900", darüber eine Gedenktafel aus Weser-Sandstein mit gotischer Inschrift

"Dem Ersten Kanzler / 
des Deutschen Reiches/ 
Die Stadt Höxter
"

angebracht.

Oberhalb der Gedenktafel wurde ein steinüberdecktes bronzenes Bismarck-Medaillon (gefertigt in der Gießerei Gladenbeck in Friedrichshagen) angebracht.

Über drei Stufen gelangt man beidseitig zum rundbogigen Eingangsbereich des Turmes, der nicht durch eine Tür verschlossen ist. Von dort erreicht man über zwei Steinstufen das Innere des Bauwerkes. Über eine linksdrehende Sandsteinwendeltreppe mit 28 Stufen gelangt man zum Erkertürmchen, über weitere 11 Steinstufen (rechtsdrehend) zur Zinnenaussichtsplattform mit elf Zinnen.


Turmgeschichte

Am 01.08.1900 wurde bei der Schlusssteinlegung in aller Stille eine Urkunde mit Angaben über den Zweck des Turmes und einem Verzeichnis der städtischen Vertreter eingemauert.

Am 05.08.1900 ab 17 Uhr wurde eine kleine Einweihungsfeier durchgeführt. Trotz schlechten Wetters waren zahlreiche Gäste erschienen.

Im April 1986 war das ursprüngliche Bismarck-Medaillon ist nicht mehr erhalten, es wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt ein neues Medaillon angebracht.

Das Bauwerk wurde im Jahr 1990 saniert.

Auf der Rückseite des Turmes wurde im unteren Bereich ein Stein eingesetzt, der an die Sanierung erinnert:

Restauriert /
Im Jahr der /
Deutschen /
Einheit /
1990

Der Turm ist ganzjährig geöffnet (Hinweisschild ist angebracht). Der Weg zum Turm ist seit November 2009 ausgeschildert. Der Bismarckturm steht 170 m östlich eines Windkraftparks.


Links

Google Maps

Google Earth


Quellen

- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von Höxter (Nordrhein-Westfalen)
- Seele, Sieglinde:
Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 204
- Ehrhardt, Max: Bismarck im Denkmal des In- und Auslandes, Thüringische Verlags-Anstalt Eisenach-Leipzig, 1903, Nachtrag: "Der Bismarck-Turm zu Höxter"
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 24 "Bismarck-Turm zu Höxter", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)


Fotografen

- Jörg Bielefeld, Remscheid (Mai 1999, November 2008)
- Ralph Männchen, Dresden (April 2004, Oktober 2008)