Update: 20.02.2015

Der "Eiserne Anton" auf dem Ebberg
Der Bismarckturm in Bielefeld

Der Bismarckturm in Bielefeld (auch "Eiserner Anton" genannt) zählt zu den wenigen metallischen Ausführungen von Bismarcktürmen.


Bauplanung

Dieser auf dem Ebberg gebaute Metallturm mit quadratischem Grundriss wurde 1895 als Aussichtsturm von der Bielefelder Stahlbaufirma Hermann Röwekamp gebaut. Angeregt wurde der Turmbau vom Maschinenfabrikanten Heinrich C. Fricke. Auf Wunsch des Maschinenfabrikanten wurde der Turm "Bismarckturm" benannt.

Das Grundstück auf dem 308,60 m hohen Ebberg wurde vom heimischen Verschönerungsverein gestiftet.

Der Turm wurde wahrscheinlich anlässlich des 80. Geburtstags von Otto von Bismarck (01.04.1895) errichtet.


Turmbeschreibung

Der 9,50 m hohe Bielefelder Bismarckturm ist ein quadratisch aufgebauter eiserner Aussichtsturm ohne Befeuerungsmöglichkeit.

Als Unterbau des Turmes dient ein 9,50 m x 9,50 m großer und 1 m hoher  Unterbau, der zu allen Seiten leicht abgeschrägt ist (Nutzfläche oben 7,88 m x 7,88 m). Ein 6,30 m langer und 2,40 m breiter - auf eine Höhe von 1 m ansteigender - Weg führt auf den Unterbau.

Mittig des Unterbaus wurden als Sockel des Turmes vier quadratische Steinplatten (Höhe jeweils 0,10 m) in quadratischer  Form eingelassen (Gesamtbreite: 3,75 m x 3,75 m zusammen mit den Durchgängen in der Mitte).

Auf jeder dieser vier Steinplatten ist einer der vier metallenen Turmfüße (0,70 m x 0,70 m im rechten Winkel; 90°-Winkel nach innen) des offenen Turmes einbetoniert. Der Turm hat eine Breite von 2,96 m x 2,96 m.

Über eine Metalltreppe mit 42 Stufen (6 Absätze mit jeweils 7 Stufen, jeder Absatz ist 1,35 m hoch) ist die 8,10 m hohe Plattform des Bismarckturmes erreichbar. Die Höhe der  verzierten Brüstung beträgt 1,14 m, an den Ecken 1,40 m.

Unterhalb der Brüstung sind auf einer Seite das Sparrenwappen der Grafschaft Ravensberg und darunter die Jahreszahl "1895" angebracht.

Die Turmhöhe (ohne Unterbau und Steinsockel) beträgt 9,50 m.


Turmgeschichte

Bereits kurz nach der Einweihung wurde das Bielefelder Bauwerk auch „Eiserner Anton“ genannt.

Im Jahre 1988 wies der aufgemauerte Sockel mit der Fundamentplatte erhebliche Schäden auf, an der Westseite des Turmes war die Aufmauerung gänzlich abgebrochen.

Im Jahr 2003 wurde der denkmalgeschützte Turm auf Initiative der Kreishandwerkerschaft Bielefeld (für die Stadt kostenlos) originalgetreu restauriert. Der Turm wurde in Abstimmung mit dem Denkmalamt im original blauen Farbton gestrichen. Der Sockel wurde mit Sandsteinen verkleidet.

Am 08. November 2003 um 11:00 Uhr wurde der Bismarckturm in Anwesenheit von Oberbürgermeister Eberhard David feierlich wiedereröffnet.

Der Turm ist ganzjährig geöffnet (Stand: 2015).


Links

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360° Aussicht vom Turm


Quellen

- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von BIELEFELD (Nordrhein-Westfalen)
- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 64-65.


Fotograf

- Jörg Bielefeld, Remscheid (1999, September 2002, Februar 2011)