Update: 20.08.2016

Der achteckige Turm aus Eisenbeton
Der Bismarckturm in Krakow am See

Bauplanung

Im Herbst 1906 wurde der Bau dieses Bismarckturmes vom Bürgermeister Koch aus Krakow angeregt. Es wurde ein Turmbau-Komitee unter Vorsitz des Bürgermeisters gebildet.

Als Standort für den Turm wählte das Komitee den Gipfel des Jörnberges (83 m über NN) am Krakower See aus, auf dem vorher ein hölzerner Aussichtsturm stand.

Der Entwurf des Aussichtsturmes ohne Feuerschale stammte von Architekt Fr. Hermann Müller aus Rostock.

Die Gesamtkosten des Turmes betrugen 3.500 Mark. Der Bau wurde durch private Spenden finanziert.


Bauarbeiten

Die Bauausführung erfolgte durch die Eisen-Betonfirma Hermann Müller aus Rostock. Als Baumaterial wurde Lolat-Eisenbeton (Fa. Lolat Eisenton Breslau A.G.) verwendet.

Die Grundsteinlegung erfolgte Anfang Juli 1907.


Turmbeschreibung

Der 16,25 m (ohne Fahnenmast ca. 12 m) hohe Aussichtsturm ohne Befeuerungsmöglichkeit hatte einen runden Grundriss.

Auf dem runden Sockel erhob sich der achteckige Turmschaft, der an den Kanten verstärkt war. In Höhe des Umganges kragte der Turm aus. Der Austritt auf den Umgang erfolgte durch ein mittiges, achteckiges Türmchen mit einem flachen Dach. Der Umgang war durch eine Brüstung mit „Waffelmuster“ eingefasst.

Über der Eingangstür in Bogenform war die Inschrift

"BISMARCK TURM/
1907"

zu lesen.

Über eine im Innern des Turmes befindliche Wendeltreppe aus Beton war die Aussichtsplattform in ca. 10 m Höhe zu erreichen.

Auf halber Höhe des Turmschaftes war auf der Eingangsseite ein Fenster eingelassen.


Turmgeschichte

Die Einweihung des Turmes fand am 08.09.1907 statt. Die Festrede hielt Bürgermeister Koch. Nach der Einweihung löste sich das Turmkomitee auf, das Bauwerk ging in das Eigentum der Stadt Krakow über.

Der Bismarckturm wurde 1945 gesprengt, weil sich dort „während der Kriegshandlungen ein Feldtelefon befunden hat“.

Von November 1994 bis Juni 1995 entstand am ehemaligen Standort des Bismarckturmes ein neuer, 27,70 m hoher Aussichtsturm, der nicht nach Bismarck benannt worden ist. Dieser Turm wurde am 01.07.1995 erstmals für Besucher geöffnet.


Links (Standort neuer Aussichtsturm Jörnberg)
 
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Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S.
- Seele, Sieglinde: Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von KRAKOW a. See (Mecklenburg-Vorpommern)
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 143 "Bismarck-Turm bei Krakow in Mecklenburg", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Zeitschrift des Bismarckbundes: 5. Jahrgang 1907 (Nr. 10/11, S. 199)


Bildmaterial

- historische Ansichten: Archiv J. Bielefeld, Remscheid