Update: 17.10.2014

Vom Signal- zum Bismarckturm
Der Bismarckturm in Sasbach auf der Hornisgrinde

Vorbemerkungen

Auf der Hornisgrinde wurden mit dem Hornisgrinde- und dem Signalturm zwei Türme erbaut, die häufig verwechselt werden. Der 23 m hohe Hornisgrindeturm wurde 1910 vom Badischen Schwarzwaldverein als Aussichtsturm am südlichen Ende des Mummelsees errichtet, der ursprüngliche Signalturm (auch Bismarckturm) ist deutlich kleiner und steht in seiner jetzigen Form seit 1871 auf dem höchsten Punkt des Hornisgrinde-Rückens im Bereich des Hochmoors.


Bauplanung

Bereits im Jahr 1822 wurde auf dem höchsten Berg des Nord-Schwarzwaldes, der Hornisgrinde, ein 7 m hoher steinerner Turm mit quadratischem Grundriss (2,77 m x 2,77 m) errichtet, der der Badischen Vermessung als trigonometrischer Messpunkt dienen sollte.

Das Bauwerk wurde genau an der Gemarkungsgrenze von Sasbach und Sasbachwalden erbaut.

Die Hornisgrinde war Teil des Rheinischen Dreiecksnetzes der Triangulation.

Im Jahr 1869 wurde bei einer Untersuchung festgestellt, dass das Bauwerk aufgrund des sumpfigen Untergrundes keine präzisen Messergebnisse bei der Triangulation liefern konnte. Der Turm wurde daher bis auf die Grundmauer abgerissen.


Neukonstruktion

Im Jahr 1871 wurde an gleicher Stelle ein neuer steinerner Turm in gleicher Höhe und Breite errichtet. An den Turm wurde eine steinere Schutzhütte angebaut.

Als Kern des Turmes wurde ein 0,52 m x 0,52 m breiter Sandsteinpfeiler fest verankert, der von der Plattform des Turmes nach allen Seiten sichtbar war. Mittig des Pfeilers wurde ein Messingzylinder eingelassen, der den trigonometrischen Messpunkt exakt festlegte (1.175 m über NN). Auf dem Turmkopf wurden in allen vier Himmelsrichtungen in genau festgelegtem Abstand (zwischen 1,2184 m und 1,3695 m) weitere Messzylinder installiert. Auf den gleichen Linien wurden im Abstand von knapp 20 m weitere Messzylinder auf dem Plateau des Berges in besonderen Fundamentquadern (je 0,50 m tief) eingelassen.

Dieses Bauwerk, das aus Bruch- und Mauersteinen errichtet worden ist, diente zunächst ausschließlich der Landesvermessung. Das Mauerwerk ist ca. 0,80 m stark. Die Plattform kragt leicht aus und hat eine Grundfläche von 3,17 m x 3,17 m.

Die offizielle Bezeichnung des Bauwerkes war Signalturm.


Turmgeschichte

Aufgrund der Initiative des Schwarzwaldvereins Achern wurde das Bauwerk im Jahr 1892 mittels einer leiterähnlichen Konstruktion mit Geländer zu einem Aussichtsturm umgebaut.

Im Jahr 2000 wurde der Schwarzwaldverein Sasbach auf das nun stark sanierungsbedürftige Bauwerk aufmerksam. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten im Sommer 2001 (Mauerwerk, Betonierung der Turmplatte, Reparatur des Geländers, Steinmetzarbeiten usw.) und dem Anbringen einer stählernen Wendeltreppe (außen) mit 34 Stufen konnte der mit Brüstung 7,98 m hohe Turm im gleichen Jahr wieder für Besucher geöffnet werden.

Im Jahr 2005 mussten erste Vandalismusschäden u.a. am Geländer beseitigt werden.

An allen vier Seiten des Turmes wurden Edelstahltafeln (Schautafeln) mit Orientierungspunkten für alle vier Himmelsrichtungen angebracht.

Das Bauwerk wird in Sasbach und Umgebung seit vielen Jahren "Bismarckturm" genannt. Die Herkunft dieses Namens ist trotz Recherchen des Schwarzwaldvereins nicht mehr verifizierbar.

Im Mai 2014 ist das Bauwerk in einem guten, gepflegten Zustand.


Links

Schwarzwaldverein Sasbach

Google Maps

Google Earth


Quellen

Schwarzwaldverein Sasbach: Geschichte des Turmes online (abgerufen 27.05.2014)
- Maße: Jörg Bielefeld, Remscheid (Mai 2014, ohne Gewähr)


Fotos

- Thomas Lunke, Kamen (April 2003)
- Hans-Dieter Hirschmann, Haßloch (November 2008)
- Marek Moson, Wroclaw (Mai 2014)
- Jörg Bielefeld, Remscheid (Mai 2014)