Update: 01.04.2016

13 Bismarcktürme in Bayern
Von Ansbach bis Würzburg

Extra-Seite: Landkarte von Bayern mit eingezeichneten Bismarcktürmen

Auf dem heutigen Gebiet des Bundeslandes Bayern wurden 13 Bismarcktürme errichtet (bzw. zu Bismarcktürmen umbenannt). Von den bayerischen Bismarcktürmen sind heute noch 12 erhalten. Abgerissen wurde die Bismarcksäule in Fürth.


Besonderheiten zu den Bismarcktürmen in Bayern

  • Die Türme wurden im Zeitraum von 1899 (in Assenhausen) bis 1933 (Lichtenfels) als Bismarckturm eingeweiht
  • Der Bau eines Bismarckturmes in Assenhausen am Starnberger See wurde bereits 1890 von Bismarcks Künstlerfreund und Portraitmaler Franz von Lenbach  angeregt, im Jahre 1895 wurde zwecks Bau des Turmes ein Bismarck-Verein gegründet
  • Das Bauwerk für den ehemaligen Reichskanzler Bismarck in Assenhausen unterscheidet sich in mehrfacher Weise von den meisten Bismarcktürmen:
    • Es wurde bereits vor dem Tode Bismarcks geplant und gebaut
    • Es ist nicht schlicht, sondern sehr aufwändig gestaltet
    • Es stellt weder einen Aussichtsturm noch eine Feuersäule dar, wurde aber aufgrund des Turmes (ursprünglich sogar als Aussichtsturm geplant) und der Nutzung der Wandelhalle zum Zwecke der Aussicht in die Kategorie der Bismarcktürme aufgenommen
    • Mit 190.000 Mark Kosten ist der Bismarckturm in Assenhausen nach Stettin der zweitteuerste Bismarckturm
  • Insgesamt sieben von dreizehn Bismarcktürmen wurden nach Entwürfen des Architekten Wilhelm Kreis erreicht, davon sechs nach dem preisgekrönten Entwurf Götterdämmerung (Ansbach, Augsburg, Coburg, Fürth, Weißenburg, Würzburg). Lediglich in Bad Kissingen wurde von Kreis auf Anforderung ein anderer Bismarckturm entworfen.
  • Der Bismarckturm in Bad Kissingen wurde erst im Jahr 1986 eröffnet
  • Der im Jahr 1911 eingeweihte Bismarckturm bei Lauf wurde bereits 1918 in Hindenburgturm umbenannt
  • Die Aussichtstürme in Memmingen und Lichtenfels wurde erst nachträglich in Bismarckturm umbenannt.
  • Die dreieckige Feuersäule in Lappersdorf gehört zu den kleinsten Bismarcktürmen
  • Bei der Verteilung der Türme auf die Regierungsbezirke in Bayern wird deutlich, dass der Bau der Bismarcktürme mit der konfessionellen Zusammensetzung der Bevölkerung in den einzelnen Regierungsbezirken zusammenhing, Beispiele:
    • zwei Bismarcktürme in Oberfranken (57,13 % Protestantenanteil im Jahr 1900)
    • drei Bismarcktürme in Mittelfranken (72,77 % Protestantenanteil im Jahr 1900)
    • ein Bismarckturm in Oberbayern (6,71 % Protestantenanteil im Jahr 1900), aufgrund der Initiative berühmter Persönlichkeiten wie Prinzregent Luitpold und Maler Franz von Lehnbach wurde lediglich der Turm in Assenhausen errichtet
    • kein Bismarckturm in Niederbayern (0,88 % Protestantenanteil im Jahr 1900)
  • neun Türme wurden als Feuersäule genutzt, elf Türme wurden als Aussichtstürme betrieben

Geschichte von Bayern (Link Wikipedia)