Update: 04.12.2006

Der am 21.11.1858 in Düsseldorf geborene Bruno Schmitz gehört zu den bedeutendsten Architekten Deutschlands um die Jahrhundertwende. Seine Ausbildung erhielt er 1874-78 an der Kunstakademie in Düsseldorf.

Erste künstlerische Erfahrungen sammelte er im Atelier des bekannten Düsseldorfer Architekten Riffart.

Weniger bekannt ist die Vielfalt der Fähigkeiten von Schmitz. 1883 gewann er den ersten Klavier-Design-Wettbewerb der Firma Ibach für Pianinogehäuse. Der Entwurf von Bruno Schmitz wurde umgesetzt und in vielen Variationen mehrfach produziert. In den nachfolgenden Jahrzehnten entwarf er für die Fa. Ibach weitere Instrumente und wurde als Werbegrafiker tätig. Der Entwurf des Werbeplakates "Eiche und Flügel" zierte 1898 das Titelbild der Leipziger Illustrierten Zeitung.

Im Jahre 1894 entwarf er als Jubiläumsmodell den "Richard-Wagner-Flügel" in Nuss mit Intarsien Modell 14, der heute in der Hochschule für Musik in München steht. 1886 siedelte Schmitz nach Charlottenburg (heute Berlin) um. In den folgenden Jahren unterrichtete er als eingeschriebener Professor an der Technischen Universität in Berlin sowie an der Technischen Hochschule in Dresden. Als Architekt prägte er den "Berliner Bürohausstil" wesentlich mit. Er entwickelte Entwürfe für Wohnhäuser und öffentliche Bauten, die vorwiegend in den Jahren 1905-11 in Berlin umgesetzt wurden.

Einen Namen macht sich Bruno Schmitz weltweit durch seine Denkmalbauten. Bereits 1887 erhielt er die Zusage für das weltweit ausgeschriebene "Soldiers and Sailors Monument" in Indianapolis, welches er zusammen mit dem Bildhauer Rudolf Schwarz entwickelte. Dieses kolossale Kriegerdenkmal steht heute noch in der Innenstadt von Indianapolis und gehört zu den imposantesten Denkmälern in den Vereinigten Staaten.

Im Jahr 1889 gewann Schmitz den ersten Preis im Architektenwettbewerb für das Kyffhäuser-Denkmal, welches bis 1896 gebaut wurde. Im Wettbewerb um das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, welches 1896 ausgeschrieben wurde, wurde Schmitz' Entwurf angenommen und verwirklicht. Am 18.10.1898, dem Jahrestag der Völkerschlacht, wurde mit dem Bau des Völkerschlachtdenkmals begonnen. Im Frühjahr 1912 war das 91 m hohe Völkerschlachtdenkmal fertiggestellt. Im Jahr 1899 gewann Bruno Schmitz die Ausschreibung für den Bismarckturm in Unna. Es sollte der einzige Bismarckturm von 240 Bismarcktürmen bleiben, der von Schmitz entworfen wurde.

Bruno Schmitz verstarb im Alter von 67 Jahren am 27.04.1916 in Berlin. Über 50 seiner Wettbewerbsentwürfe wurden mit Preisen ausgezeichnet. Neben den Denkmalbauten, Wohnhäusern, Pianos und Werbegrafiken schuf er Brücken (Charlottenburg), Grabmäler (Berlin), Hallen, Warenhäuser, Konzerthäuser und Theater. Weiterhin war er an Bebauungsplänen für Berlin und Düsseldorf beteiligt.

Werke (Auswahl)

1883 1. Preis im IBACH-Wettbewerb (Klavierdesign) für ein Pianinogehäuse
1883 1. Preis im Wettbewerb für das "Victor-Emanuel-Denkmal" in Rom (nicht verwirklicht)
1887 Indianapolis (Indiana/USA), "Soldiers and Sailors Monument"
1889 1. Preis im Architekten-Wettbewerb für das "Kyffhäuser-Denkmal", gebaut von 1891-96
1892 Porta Westfalica, "Kaiser-Wilhelm-Denkmal" (bis 1896); Zürich, "Tonhalle" (1892-95)
1894 Koblenz, "Kaiser-Wilhelm-Denkmal" (bis 1897)
1895 Linz/Österreich, Museumsbau "Francisco-Carolinum" im historischen Stil entworfen
1896 Anlage der Berliner Gewerbeausstellung 1896
1899 1. Platz im Architekten-Wettbewerb für den Unnaer Bismarckturm, Einweihung 18.10.1900
1902 "Palais Stollwerk" in Köln
1904 St. Louis, Weltausstellung, das "Deutsche Haus"; Berlin, Geschäftshaus "Automat"
1905 Berlin, Geschäftshäuser, Großbebauungsplan für Berlin (bis 1911)
1906 Berlin, Jugendstilhaus Stresemannstraße 111

Broschüre "100 Jahre Bisamrckturm Unna"
Professor Bruno Schmitz
Völkerschalchtdenkmal Leipzig
Einweihungskarte Bismarckturm Unna
Niederwalddenkmal